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Gasnetz: Stadt gewinnt vor Gericht gegen Energieversorger

Eon muss wichtige Daten rausrücken

Springe. Die Stadt hat einen wichtigen Rechtsstreit gegen den Energieversorger Eon Avacon gewonnen. Das Urteil könnte nach Ansicht von Fachleuten bundesweit Bedeutung erlangen.

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Autor:

Marc Fügmann

Darin hat das Verwaltungsgericht Hannover Eon auf die Herausgabe des sogenannten kalkulatorischen Restwerts für das Springer Gasnetz verpflichtet. Das Energieunternehmen hatte sich geweigert, entsprechende Angaben zu machen – was bislang in der Branche auch als durchaus üblich gilt. Problem aus Sicht der Stadt Springe: Für sie sind die Daten von Eon entscheidendend, um den Gesamtwert des Netzes zu ermitteln. Das wiederum ist wichtig für künftige Partner der Stadt, damit diese ihr Angebot für einen Einstieg kalkulieren können.

Am 30. Juni 2014 läuft der Gas-Konzessionsvertrag in Springe aus – von da an sollen die Karten neu gemischt werden. In einem „Interessenbekundungsverfahren“ haben nach Informationen der Neuen Deister-Zeitung zwei Unternehmen ihren Hut in den Ring geworfen: der bisherige Netzbetreiber Eon Avacon und die Stadtwerke Springe. Gesellschafter sind hier die Stadt Springe (50,5 Prozent), BS Energy/Veolia (33 Prozent) und die Stadtwerke Hameln (16,5 Prozent).

Schon bei der Übernahme des Stromnetzes hatte Eon gemauert. Der kalkulatorische Restwert, der den aktuellen Wert des Anlagevermögens unter Berücksichtigung steuerlicher Abschreibungen widerspiegelt, wurde erst nach der Ausschreibung offengelegt. Die Bieter mussten ihre Offerten damals auf Basis von Schätzungen einreichen – bislang ein bundesweit verbreitetes Prozedere. Sollte das Urteil bestätigt werden – Eon hat dem Vernehmen nach Rechtsmittel eingelegt –, dürfte dies zu grundlegenden Veränderungen in der Branche führen.

Triumphieren mag Bürgermeister Jörg-Roger Hische aber nicht. „Wir sind froh über eine klare Rechtslage. Uns ist an einer größtmöglichen Transparenz und an einem sauberen Verfahren gelegen. Da kommt uns das Urteil sehr entgegen.“ Die Erfahrungen aus der Übernahme des Stromnetzes hätten gezeigt, dass es für alle Beteiligten von Vorteil sei, rechtzeitig Zahlen zu kennen.



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