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Am Kirchplatz in Eldagsen wird die Stadtsanierung sichtbar / Aktuell 176 000 Euro Mehrkosten

Endlich geht‘s voran

Eldagsen. Einwohner und Planer können aufatmen, weil in Eldagsen endlich Baufortschritte zu sehen sind. Nach wochenlangen Erdarbeiten wird nun gepflastert.

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Autor:

Markus Richter

Die Skelette sind geborgen, der Boden ist von Altlasten befreit. Sabine Hehne, bei der Stadtverwaltung zuständig für das Gesamtpaket Stadtsanierung, berichtet, dass sich die Archäologen Ende vergangener Woche verabschiedet haben.

Die unerwarteten Grabungskosten schlagen mit mindestens 100 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen sogenannte Behinderungskosten für die Baufirma, die sich flexibel und kooperativ gezeigt habe. „Zum Glück hatten wir kompletten Stillstand“, sagt Hehne. Unterm Strich stehen momentan 176 000 Euro an Sonderausgaben; Kanalkosten noch nicht mitberechnet. Weitere 70 000 Euro sollen aus dem Sanierungstopf nun in das erste – und zentrale – öffentliche Projekt fließen.

Ob der Weihnachtsmarkt dort stattfinden wird, entscheidet der Ortsrat in zwei Wochen. „Wenn der Herbst nicht allzu nass wird, können wir vor dem Winter fertig sein“, meint Hehne. Bis dahin gibt es noch kleine Überraschungen: So wurden am Kirchturm und am Jugendzentrum Fundamente entdeckt, die die Pflasterarbeiten etwas erschweren. Außerdem müssen Baumwurzeln, die zu nah an der Oberfläche wachsen, vorsichtig abgedeckt werden.

Wertvolle Geschichte: So ärgerlich die Funde auf der einen Seite waren, so fasziniert sind Wissenschaftler von dem, was die Archäologen auf dem Eldagser Kirchplatz geborgen haben. Die Universität Göttingen jubelt angesichts der Einzigartigkeit der menschlichen Überreste.

Mehr als 300 Skelette wurden (wie berichtet) gefunden, einige sind bis zu 1000 Jahre alt. Experten sprechen von einer Sensation, die Funde sind im gesamten Bundesgebiet einzigartig.

Die Knochen waren nach der Bergung ein zweites Mal bestattet worden. Auf die ewige Ruhe müssen sie nun im Sinne der Wissenschaft noch etwas warten – das zuständige Landesamt für Denkmalpflege in Hannover hat sie erneut aus der Gruft geholt und will sie zusammen mit einem Anthropologen der Uni auf Alter, Größe und Krankheiten untersuchen. Die Wissenschaftler erhoffen sich, so einen Überblick über die Bevölkerung einer kleinen Ackerbürgerstadt zu erhalten – in einem gigantischen Zeitraum von 1000 Jahren.



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