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Elektronikfirma Micronex ist insolvent

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VON CHRISTIAN ZETT

ELDAGSEN. Mehr als 30 Jahre Erfahrung, knapp 100 Mitarbeiter – die Elektronikfirma Micronex ist ein solider Mittelständler, der von Eldagsen aus mehr als 40 Kunden mit Bauteilen beliefert. Doch jetzt kämpft das Unternehmen um die eigene Zukunft. Die Prognosen sind jedoch gut.

Denn das jetzt eröffnete Insolvenzverfahren läuft in Eigenverwaltung ab – eine vergleichsweise neue Möglichkeit im Insolvenzrecht. Und eine Seltenheit, wie Experte und Anwalt Udo Müller bestätigt: Eine, die nur gewährt werde, wenn die Umstände im Unternehmen entsprechend gut aussähen.

Der Unterschied: Nicht ein eingesetzter Insolvenzverwalter führt die Geschäfte des in Schieflage geratenen Betriebs – wie etwa bei der Insolvenz der Firma Pfau in Altenhagen I. Stattdessen bleiben die Chefs am Hebel, begleitet in diesem Fall von Müller als Beauftragter des Gerichts.

Krise auch durch Benzinpreise

Für Geschäftsführer Torsten Bethke hat das Vorteile: Neben der positiven Botschaft an die Kunden könne ein Insolvenzverwalter nie so gut im Geschäft der Firma eingearbeitet sein wie die Leitung selbst.

Dass es bei Micronex – früher Treichel Elektronik – überhaupt kriselt, führt Geschäftsführer Bethke auf zwei Faktoren zurück. Weil die Eldagser auch Ausrüstung für die Ölbohrindustrie herstellen, machten sich die gesunkenen Benzinpreise auch hier deutlich bemerkbar.

Dazu kommt der Weltkonzern Volkswagen: Weil der bei seinem Blockheizkraftwerk-Projekt die Produktion auf Eis gelegt hat, fallen ebenfalls Aufträge für Micronex weg: „Damit können wir nicht planen“, sagt Bethke.

Die Lösung sollen jetzt Gespräche mit den Gläubigern bringen, an deren Ende ein gerichtlich bestätigter Vergleich steht. Und die Fortführung des Unternehmens wie bisher. Auch die Arbeitsplätze sollen alle erhalten bleiben, betont Bethke: „Wir sind in der stärksten Position, in der man in unserer Lage sein kann.“



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