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Elefanten-Geld gesucht

Springe. Enno König (55), Gastronom und Wildverkäufer im Jagdschloss, setzt sich seit drei Jahren für ein Elefantenasyl in Ostthailand ein. Jetzt haben Einbrecher ihm das Spendengeld für die Einrichtung gestohlen (wir berichteten).

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Hilfe ist in Ban Ta Klang dringend nötig. Die Einrichtung ist eines der größten Elefantendörfer der Welt: 450 Dickhäuter leben am Rand der Kleinstadt Surin. Von ihren Haltern wurden die einstigen Arbeitstiere ausgemustert, ohne das Dorf wären sie verhungert. „Es geht mir darum, diesen Tieren einfach eine Chance zu geben“, sagt König. Geplant war der Bau einer großen Halle, unter der sich die Rüsseltiere während der Mittagshitze hätten schützen können. Daraus wird vorerst nichts: Die Einbrecher am Jagdschloss haben einfach die Spendensammelbüchse mitgenommen. Und die 4000 Euro darin auch.

Früher bevölkerten die Dickhäuter zu Zehntausenden die Wälder Thailands. Heute sind es noch einige hundert, Tendenz fallend. Denn die Rodungen nahmen den Tieren den Lebensraum. Die Folge waren Verbote zur Abholzung. Aber die nahmen den Arbeitselefanten ihren Job, weil sie nichts mehr zum Stapeln und Tragen hatten. Das Elefantenasyl bietet ihnen einen Unterschlupf.

König fährt einmal im Jahr nach Thailand – und besucht Ban Ta Klang. Der nächste Besuch steht Ende Januar an.

Dann wohl oder übel ohne die Sammelbüchse, die König in seinem Wildgeschäft aufgestellt hatte. „Die Diebe haben gezielt danach gesucht“, sagt er. Immerhin seien die Wechselgeldkasse und ein Klappcomputer nicht angerührt worden.

Um in den Verkaufsraum zu gelangen, haben die Einbrecher eine Tür mit einem Brecheisen aufgehebelt. Fest steht: Die Tat muss sich in den Abend- oder Nachtstunden von Sonnabend auf Sonntag ereignet haben. Der Spendenbehälter, eine große, verschlossene Kunststoffdose, stand während der Öffnungszeiten des Wildhandels für jeden Besucher sichtbar auf einem Verkaufstisch. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, eine heiße Spur verfolgt sie aber laut einem Sprecher noch nicht.

König hofft, dass er doch noch genug Spenden für den Hallenbau zusammenbekommt. Immerhin gehen von jeder Karte für die Veranstaltung „Feuerwerk der Travestie“ im Jagdschloss fünf Euro in die Elefanten-Kasse. Insgesamt hat König bereits mehrere zehntausend Euro an das Dorf Ban Ta Klang gespendet. Und die Tierschützer in Thailand brauchen jeden Cent: Vor allen Dingen der Platzwird knapp – aber auch für den Futteranbau für die Tiere benötigen sie Felder und Wiesen. Ein Elefant nimmt täglich bis zu 200 Kilogramm Nahrung zu sich. rtm



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