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Eldagser Landfrauen übergeben 250 Herzkissen

ELDAGSEN. „Der große Reichtum unseres Lebens sind die kleinen Sonnenstrahlen, die jeden Tag auf unseren Weg fallen.“ Mit diesem Vers von Hans Christian Andersen versuchen die Ehrenamtlichen vom Verein „Weserbergländer Herzen helfen“ ein Stück Zuversicht an betroffene Brustkrebspatienten (auch Männer) weiterzugeben.

Die Jungen Landfrauen übergeben die 250 selbst genähten Herzen an Michaela Rathkolb, Vorsitzende vom Verein „Weserbergländer Herzen helfen“. Foto: Krause

Autor:

Reinhold Krause

Seit Januar 2011 unterstützt der Verein die Aktion an vier Kliniken im Weserbergland, im Lipper Land und in Hannover. Nach ihrer Operation bekommen die Patienten eines der selbst genähten Herzen geschenkt. Bis zu 250 Neuerkrankungen werden in jedem der vier Brustzentren jährlich behandelt. Die Idee der Herzen brachte die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen aus Amerika mit. Sie entwickelte einen urheberrechtlich geschützten Schnitt, denn: Die Herzen haben etwas längere „Ohren“ und das aus gutem Grund. Durch diese spezielle Form lässt es sich besonders gut unter die Achsel legen, so entspannt es die Lymphknoten. Hergestellt werden sie aus vorgewaschenen und farbenfrohen Stoffen, die angenehm auf der Haut sind.

Nach dem Nähen werden sie mit etwa 170 Gramm Füllwatte gestopft und mit einer unsichtbaren Naht verschlossen. Die Herzkissen sind ein Symbol für Trost, Mut, Freude und Hoffnung und sollen auch helfen den Druckschmerz nach der Operation zu mildern, Stöße abzufangen sowie das Liegen etwas bequemer zu machen. Mittlerweise hat sich die Idee der Herzkissen weltweit verbreitet und auch in Deutschland hat sich ein Netzwerk von nähenden Gruppen entwickelt.

Michaela Rathkolb, Vorsitzende vom Verein „Weserbergländer Herzen helfen“ konnte nun im Hotel Berggarten im Beisein von 25 Landfrauen aus Eldagsen-Holtensen und umliegenden Ortschaften 250 handgefertigte Herzkissen aus den Händen von Claudia Meier entgegennehmen. Meier, selbst von der Krankheit betroffen, hatte nach der Operation ebenfalls so ein Herzkissen erhalten. Ihr habe das Kissen sehr geholfen, sagt sie, nun wolle sie etwas zurückgeben. In Eldagsen initiierte sie daher unter den Jungen Landfrauen eine Nähaktion, die sogar 50 Kissen mehr als die geplanten 200 Stück anfertigten. Jedes dieser Kissen ist von den Näherinnen mit einem persönlich signierten Herzanhänger versehen. „Das macht es noch ein bisschen persönlicher.“

Über den Umgang mit der Diagnose Krebs bis zur Operation und den nachfolgenden Reha-Maßnahmen sowie Anschluss-Therapien sprach Andrea Hahne in ihrem Referat „Diagnose Brustkrebs: Medizin und was noch?“ Allgemeinverständlich referierte sie dabei einmal mehr über die physiologischen, psychologischen, sozialen und auch medizinischen Aspekte dieser tückischen Krankheit, von der auch Männer betroffen sein können.

Sie gab Tipps, wie Betroffene und auch die Angehörigen besser mit der Diagnose Krebs umgehen können. Hahne arbeitet seit 2008 in der psychosozialen Patientenberatung im Sana-Klinikum in Hameln. Die Münderanerin ist zudem ehrenamtlich als Vorsitzende im BRCA Netzwerk e.V. tätig, einer bundesweiten Organisation für Hilfe bei familiären Brust- und Eierstockkrebs.

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