weather-image
14°

Eldagser Hendrik Luczak will E-Bike-Markt revolutionieren

ELDAGSEN. Ein Rezept, das eine erfolgreiche Firmengründung garantiert, gibt es sicher nicht. Dass ein Unternehmensaufbau Risiken birgt, ist auch klar. Der Eldagser Hendrik Luczak hat den Schritt trotzdem gewagt und will jetzt mit seiner Geschäftsidee den E-Bike-Markt revolutionieren.

Hendrik Luczak bietet in seinem Unternehmen seltene Felgen und ausgefallene E-Bikes mit speziellem Design an.FOTO: HELMBRECHT
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Luczak hat mit Uwe Hoppe (29) und Stefan Gritzka (35 Jahre) ein sogenanntes Startup gegründet. „Normale E-Bikes waren uns einfach zu langweilig“, sagt der 30-Jährige. Schließlich sehen die Gefährte alle gleich aus. Und genau das wollen die drei ändern: Mit außergewöhnlichen Designs wollen sie Kunden überzeugen.

Die haben die Möglichkeit, sich unter der Marke „Power Bikes“ ein individuelles E-Bike zusammenzustellen – angefangen bei der Farbe der Gabel bis hin zum Design der Felge. Techniker Hoppe baut die Räder dann selbst zusammen.

Die ersten Prototypen, die der gelernte Antriebstechniker entworfen hat, seien gut angekommen – und gemeinsam entschieden sie sich, das Vorhaben größer aufzuziehen. „Im März 2017 haben wir eine GmbH gegründet“, berichtet der Jungunternehmer. Seit 2013 haben sie die Produktion schon vorangetrieben und einen Online-Shop eingerichtet. „Gerade, wenn man denkt, es läuft, kommen die nächsten kleinen Komplikationen.“

Derzeit gebe es etwa Probleme mit dem Zulieferer der Motoren, der die falschen Exemplare geschickt hat: Die Anschlüsse passten nicht. „Natürlich ist das dann bitter, wenn wir bei den Kunden die zugesicherten Termine nicht einhalten können.“ Von den Rückschlägen wollen sich die drei aber nicht unterkriegen lassen, sondern arbeiten bereits mit Hochdruck an Lösungen.

Mit ihren ausgefallenen E-Bikes waren sie jetzt auch im Fernsehen zu sehen – und zwar bei der aktuellen Staffel der Serie „Bachelorette“. Geschäftspartner Gritzka aus Hannover macht in der Kuppel-Show als Kandidat mit. „Danach haben uns viele auf das Projekt angesprochen und wir sind mehr in die Öffentlichkeit getreten.“ Neben den Power-Bikes bieten die drei unter dem Namen „Wheelstore24“ ausgefallene, seltene Felgen und Reifen mit speziellem Design an. „Wir haben ein eigenes Reifenprofil entwickelt und eine Gussform erstellt, um uns abzuheben und die 150 Millimeter-Alufelge etwa gibt es sonst nirgendwo auf dem Markt.“ Die Unternehmer haben in Hannover sogar eine Lagerhalle angemietet.

Eine weitere Hürde bei der Unternehmensgründung: das Abschließen einer Betriebshaftpflichtversicherung. „Das war ein ziemlicher Akt, wir mussten eine komplette Marktabfrage starten, um jemanden zu finden.“ Während sich Luczak um den kaufmännischen Bereich kümmert, ist Gritzka für alle Steuerangelegenheiten zuständig. Hoppe übernimmt die Technik.

Luczak kümmert sich abends um das Startup, neben seinem Vollzeitjob bei Avacon – anders ist das bei seinen Geschäftspartnern, die ausschließlich für das neue Unternehmen arbeiten. „Ich will mich da noch nicht festlegen und man muss auch die Kosten auffangen. Man muss sehen, wie sich das weiterentwickeln wird und wie es dann noch vereinbar ist“, sagt Luczak, der eine Ausbildung zum Industriekaufmann und berufsbegleitend ein Bachelor-Studium in „Sales and Management“ absolviert hat.

Weil Luczak die Stammeinlage, also das Startbudget gestellt hat, ist er alleiniger Gesellschafter. Wegen seiner Vollzeitbeschäftigung sei es aber schwierig, Fördermittel zu bekommen. „Natürlich ist es schwer, sich zu behaupten, aber wir haben ein Alleinstellungsmerkmal und heben uns damit vom Markt ab.“ Innovativ und einmalig sei das selbstentworfene Design.

Bei der Unternehmensgründung habe er bei null anfangen müssen. „Man muss sich da reinfinden, zum Beispiel muss man erst einmal herausfinden, wie Personalabrechnungen erstellt werden und wie Konditionen mit Lieferanten ausgehandelt werden.“ Und da seien die drei viel auf sich alleine gestellt. Nach und nach sammelten sie immer mehr Erfahrung.

„Es kommen einem zwischenzeitlich schon mal Zweifel und die Arbeit schlaucht natürlich, aber das gehört dazu, wenn es nur Höhen gebe, wäre das auch komisch. Wir haben lieber jetzt ein paar kleine Rückschläge als später einen ganz großen.“

Er hofft, dass sein Unternehmen wachsen wird. „Mein Ziel ist es, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Es ist ein schönes Gefühl, die Wirtschaft voranzubringen. Mein persönliches Ziel ist es, noch mehr Struktur in die Arbeitsabläufe zu bringen.“ Einen Mitarbeiter konnte er bereits einstellen. Und: „Über unseren Online-Shop sind sogar schon Räder in die Schweiz, nach Österreich und sogar Australien und in die USA geliefert worden.“ Ein finanzielles Risiko gehe er dennoch ein.

Gerade in den Sommermonaten sei die Nachfrage besonders groß. „Da wollen die Kunden das Rad am liebsten gestern schon haben.“ Dann sei es allerdings zu den Lieferproblemen gekommen. „Im Winter ist die Nachfrage leider noch mäßig, aber trotzdem wachsen wir.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt