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Ausgrabungen an der Kirche erreichen ungeahnte Dimensionen

Eldagser Funde lassen Archäologen jubeln

Eldagsen. Die Entdeckungen auf dem Kirchplatz in Eldagsen sind deutlich umfangreicher als erwartet: Archäologen haben bereits 30 Skelette freigelegt – und das ist offenbar erst der Anfang. Sichtbar werden inzwischen auch alte Grüfte und Reste früherer Siedlungen.

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Autor:

Markus Richter

Unerwartet für die Experten, die ihr Team von anfangs zwei auf mittlerweile neun Leute aufgestockt haben, ist vor allem die niedrige Lage der alten Grabstätten. „Dass wir schon 20 Zentimeter unter der Grasnarbe menschliche Überreste gefunden haben, ist ungewöhnlich“, sagt Tobias Poremba, Chef der Grabungsfirma aus Isernhagen. Einige bislang geborgene Knochen sind gut 300 Jahre alt – vermutlich werden die Arbeiten auch Skelette zutage fördern, die auf die Zeit vor 1000 Jahren datieren. Der lehmhaltige Boden sorgte dafür, dass die Knochen hervorragend erhalten sind.

Die Stadt fürchtet nun, dass in Eldagsen eine regelrechte Goldgräberstimmung ausbricht. Die Polizei fährt seit Auftauchen der ersten Funde zusätzlich Streife – wer das Gelände unerlaubt betritt, macht sich strafbar. Dabei sind gar keine Schätze zu erwarten, erklärt Friedrich-Wilhelm Wulf, dessen Landesamt für Denkmalpflege sich eingeschaltet hat. „Christliche Grabstätten sind üblicherweise arm an Beigaben.“ Entdeckt wurde allerdings eine filigrane Totenkrone, ein bronzener Kopfschmuck, der vermutlich einer jung gestorbenen Frau zur Beerdigung aufgesetzt wurde. Außerdem bergen die Archäologen Überreste von Särgen – Beschläge, Griffe, Nägel.

Wer die mysteriösen Toten sind, weiß zurzeit niemand. Möglich, dass alte Kirchenbücher Indizien liefern. Während Würdenträger – kirchliche Oberhäupter und andere angesehene Personen – üblicherweise direkt unter dem Gotteshaus beigesetzt wurden, galt der Bereich im Kirchumfeld als letzte Ruhestätte einfacher Leute.

Die Verwaltung sieht ihre Pläne zur Stadtsanierung nun auf den Kopf gestellt. Fest steht schon jetzt, dass sich die Fertigstellung des Platzes verzögern wird – und den Steuerzahler zusätzlich kostet.



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