weather-image
26°

Eldagsen: Millionenpoker ums Feuerwehrhaus

ELDAGSEN. Zuerst gibts Geld für die Planung, und erst dann für den Bau. Diesem Antrag der CDU-Fraktion folgten die Mitglieder des Feuerschutzausschusses. Aber da hörte es mit der großen Einigkeit auch schon auf. Streitpunkt Nummer eins zwischen Politik und Feuerwehr:

Erst den Garagenbau planen – dann über die Kosten sprechen, ist der Vorschlag von Hochbau-Fachbereichsleiter Reinhard Borchardt.
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

die Kosten für den Neubau des Feuerwehrhauses in Eldagsen.

1,5 Millionen Euro sind dafür eigentlich im Haushalt vorgesehen. Eine Summe, die in den Augen von Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe nicht ansatzweise reichen wird: „Die Kosten für vergleichsweise Häuser in der Region waren überall höher.“ Auch zwei Millionen für den Bau seien noch zu tief angesetzt, „ich rechne eher mit drei Millionen“.

Hochbau-Fachbereichsleiter Reinhard Borchardt: „Ich möchte erst planen, dann kann ich konkret über Kosten sprechen.“ Und immerhin soll das Geld für die Planung, laut Beschluss, in diesem Jahr fließen. Der Rest folgt, wie der CDU-Antrag es vorsieht, später. Und deshalb geben sich Feuerschutzausschuss-Chef Christoph Rohr und CDU-Fraktionsschef Wilfred Nikolay betont gelassen. Rohr: „Wenn das Geld nicht reicht, müssen wir eben nachsteuern.“ Nikolay: „Wir sind mit den 1,5 Millionen erst einmal auf der sicheren Seite.“

Elke Thielmann-Dittert von den Grünen übte Kritik an der Praxis. „Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit sehen anders aus“, monierte sie und forderte, dass der Bedarf feststehen müsse, bevor man eine Summe in den Haushalt einstelle.

Wilfred Nikolay erinnerte daran, dass die Kosten in der Bauphase häufig höher ausfallen, als veranschlagt. Und Hochbau-Chef Borchardt bleibt bei den im Haushaltsansatz vorgelegten 1,5 Millionen Euro: „Es gibt keinen Grund, davon abzuweichen“, betonte er.

René Bennecke (SPD) lobt vor dem Hintergrund die neue Praxis, zuerst die Planung zu finanzieren – und erst im Jahr darauf das Geld für den Bau einzustellen. „So kann die Verwaltung zunächst feststellen, was ein Objekt kostet, und wir stellen Geld nicht nach dem Planungsschlüssel ein.“

Borchardt stellte klar, dass sein Fachbereich genau das machen werde: Zunächst die Kosten ermitteln – „und dann muss der Rat entscheiden, was er will“. Der Feuerschutzausschuss jedenfalls bleibt bei Eldagsen zunächst bei den 1,5 Millionen für den Anbau. Also alles wie gehabt?

Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert verknüpfte ihren Einwand mit einem Appell, die Struktur der Feuerwehren grundsätzlich zu überdenken. Je mehr Infrastruktur für die Feuerwehr geschaffen werde, „je mehr werden uns künftig die Folgekosten auffressen“.

Vorab wurde bereits ein Antrag der FDP-FWS zur Erstellung eines Feuerwehrentwicklungsplans abgelehnt. Darin vorgesehen war auch, dass alle Ausgaben für Umbaumaßnahmen an den Feuerwehrhäusern zurückgestellt werden sollen.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare