weather-image
24°
Peter Jülke (48): Zu gut für das Bürgerkönigsschießen? / Wettbewerb soll neu geregelt werden

Eine Stadt will ihren König an die Kette legen

Springe (ric). Gleiche Chancen für alle? Ein politischer Beschluss soll die Konditionen für das beliebte Bürgerkönigsschießen modifizieren – amtierende Majestäten dürfen demnach nicht zweimal in Folge gewinnen. Peter Jülke nimmt das persönlich. Wahrscheinlich zu recht. Schließlich ist er derjenige, der in den vergangenen Jahren nahezu alle Trophäen abgeräumt hat.

270_008_4075695_spr1403_ju.jpg

Neun Scheiben zieren das Gebäude des BZE am Kurzen Ging. Hier wohnt und arbeitet der 48-jährige Springer. Ein Mann, der einmal im Jahr mit dem Lasergewehr beim traditionellen Wettbewerb der Stadt das Ziel ins Visier nimmt, sonst aber nie schießt und auch nicht in einem Schützenverein dabei sein will. Einer, der zu genau zielt – und zu oft gewinnt. „In den Jahren 2003 bis 2005 hab‘ ich drei Mal hintereinander den ersten Platz gemacht, das letzte Mal 2008.“ Vom Vorschlag der Stadt, amtierende Majestäten eine Runde aussetzen zu lassen, hält Jülke gelinde gesagt wenig. „Das wäre ja dasselbe, als wenn Italien jetzt nicht mehr Fußball-Weltmeister werden dürfte – oder Jürgen Trotte einmal aussetzen müsste, bevor er wieder zum Ortsbürgermeister gewählt werden darf.“ Jülke ist bekannt bei den Stadtvätern. Bürgermeister Jörg-Roger Hische habe ihn einmal mit den Worten „na, können wir schon gratulieren?“ begrüßt. Um das traditionelle Schießen attraktiver zu machen, sollten lieber kleinere und dafür mehr Preise als bislang vergeben werden, sagt der amtierende Bürgerkönig.

Die Kette mit den Namen aller Gewinner will er solange behalten, bis er sie auch wieder verteidigen kann. Und selbst wenn die Neuregelung vom Rat beschlossen wird, will sich der Hausmeister mit der ruhigen Hand den Spaß machen und mitschießen. „Ich finde, so einen sportlichen Wettbewerb sollte man nicht auf diese Art reglementieren.“

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare