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Eine Stadt schießt scharf

Springe. 3070 legale Waffen sind in der Stadt registriert. Die Zahl steigt nach Angaben der Verwaltung stetig – allerdings nicht, weil es mehr Besitzer gibt: „Jäger oder Sportschützen kaufen sich oft zusätzliche Waffen“, sagt Udo Helms vom Fachdienst Ordnung. Er ist zuständig für die Überwachung und Kontrolle – und spricht von einem durchschnittlichen Anstieg von bis zu drei Prozent in einem Jahr.

Am Gewehr: Auch Sportschützen müssen ihre Waffen kontrollieren lassen

Das stetige Plus ist für Helms auch ein Zeichen der Zeit: Bevor die regelmäßigen Kontrollen begannen, hätten viele Besitzer auf Masse gesetzt. Doch um Geld für die inzwischen vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen zu sparen, trennten sich viele Waffenbesitzer nach und nach von ihren minderwertigeren oder nutzlosen Stücken.

„Wenn heute ein Jungjäger oder ein Nachwuchs-Sportschütze einsteigt, dann legt er viel Wert auf Qualität, auf hochwertige Waffen“, sagt Helms. Wer so nach und nach sein Arsenal aufstocke, sorge eben auf dem Papier für die Zunahme der Waffen. Die Zahl der Besitzer halte sich in Springe dagegen die Waage.

An das Führen einer Waffe sind strenge Regeln geknüpft. Erst in dieser Woche musste Helms einen Springer überprüfen, bei dem er im Bundeszentralregister auf Vorstrafen gestoßen war. „Nicht jeder Verstoß führt automatisch zu einem Waffenverbot. Aber wir müssen hinschauen“, sagt Helms: „Ich kann hier nicht jemanden rumlaufen lassen, der jemand anders bedroht hat.“

Der Fachmann schätzt, dass bei etwa einem Prozent der Waffenbesitzer Verstöße auftreten. Dabei könne es um Straftaten gehen, die dann die Besitzerlaubnis kosten. Aber auch bei der Aufbewahrung gebe es hin und wieder Fehler: Vorgeschrieben sind etwa je nach Art und Menge von Waffen und Munition verschieden stark gesicherte Schränke.

Nachweisen müssen Sportschützen und Jäger aber auch, dass sie ihre Waffe regelmäßig nutzen: „Ein Jäger ohne Jagdschein oder ein Sportschütze, der nicht regelmäßig im Verein schießt, der hat auch kein bestehendes Bedürfnis nach einer Waffe“, erklärt Helms die Gesetzeslage. Dann gibt es noch die Gruppe der Erben: Wer die Waffe seiner Vorfahren zuhause aufbewahrt, muss ebenfalls Auflagen erfüllen – so muss er das Erbstück selbst auch sichern. Und: Ausgenommen davon sind alte Kriegswaffen. „Die fallen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz und können nicht einfach zuhause aufbewahrt werden“, sagt Helms.

Dass in Springe auch illegale Waffen im Umlauf sind, davon ist Helms überzeugt: „Es taucht immer wieder etwas auf. Eine gibt es also mindestens immer.“zett



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