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Stadtbibliothek erfreut sich ungebrochener Beliebtheit / Mahngebühren bessern Kasse auf

„Eine Pilcher haben wir derzeit nicht“

Springe (col). Es ist so praktisch: ausleihen, lesen und zurückbringen. So manch einer vergisst aber häufig den Fristablauf. 3200 Euro hat die Stadtbibliothek in diesem Jahr allein an Mahngebühren eingenommen.

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„Es gibt immer einige, bei denen das schon fast Tradition ist“, sagt Büchereileiter Tibor Maxam schmunzelnd, „ein bisschen Schusseligkeit gehört dazu.“ Doch das kann schnell teuer werden, je nachdem, wie viele Medien ausgeliehen wurden. Nach einer Woche sind 25 Cent „Säumnisgebühren“ zu zahlen – nach vier Wochen bereits 2,50 Euro pro Buch. „Dabei sind wir sind schon sehr kulant und gewähren drei Tage Überziehungsfrist“, so Maxam.

Schließlich gebe es auch die Möglichkeit, die Ausleihfrist für Bücher, Zeitschriften und Kassetten zu verlängern. Wenn die Stadt das Geld einzieht, kommen laut Maxam nämlich auch noch Gebühren hinzu“. Und auch die beim Versand der Mahnungen entstehenden Portokosten werden dem Kunden berechnet.

Am gefragtesten und damit am häufigsten „Opfer“ der Überziehungstäter sind Krimis. Vor allem regionale oder skandinavische Autoren stehen hoch im Kurs. Auch die Begeisterung an der Fantasywelt sei ungebrochen. Einen echten Star am Autorenhimmel gebe es zurzeit aber nicht. „Wir haben keine Pilcher“, sagt Maxam in Anspielung auf die britische Erfolgsschriftstellerin.

Dennoch sind die Besucherzahlen auch nach dem Spitzenjahr 2010 weiter gestiegen – um 5,7 Prozent auf knapp 32 000. Auch bei den Ausleihen seien leichte Tendenzen nach oben zu verzeichnen. Maxam: „Wir haben 99 015 Medien verliehen, das ist ein Plus von 2,4 Prozent.“ Es freue ihn besonders, dass sich 181 Erwachsene sowie 202 Kinder und Jugendliche neu angemeldet haben. Insgesamt gebe es etwa 2300 Leser „und damit nicht weniger als 2010“, so Maxam. Die genaue Auswertung der Zahlen erfolge erst in den nächsten Tagen. Alles in allem könne er bereits jetzt ein positives Fazit des vergangenen Jahres ziehen.

Besonders die Aktion „Kauf mich“ habe ihn begeistert. Dabei bat der „Freundeskreis Stadtbibliothek“ die Springer, beim Weihnachtseinkauf ein Buch zusätzlich zu erwerben und der Bibliothek zu spenden. In beiden örtlichen Buchhandlungen lagen Listen mit den Namen der Titel aus, die die Bücherei gerne in ihr Sortiment aufnehmen möchte. „Wir haben um die 20 Bücher im Gesamtwert von 400 Euro erhalten“, freut sich Maxam.

Sichergestellt für das kommende Jahr sei auch die wöchentliche Mentorenlesung. Jeden Donnerstag von 15 bis 15.45 Uhr liest ein sogenannter Leselernhelfer vor Kindern und Jugendlichen.

Wer noch schnell seine Bücher verlängern möchte, bevor die Mahnungen ins Haus flattern: E-Mail an verlaengerung@stabi-springe.de oder unter 05041/770306.

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