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Weitere Fälle am Wochenende / Kripo-Chef Retzlaff: „Es gibt keinen Brennpunkt“

Einbrüche: Polizei verstärkt Streifenfahrten

Springe. Schon wieder waren am Wochenende Einbrecher im Stadtgebiet unterwegs – in letzter Zeit häufen sich die Taten. Für die Polizei sind die Ermittlungen nicht leicht. Denn weder die Tatzeiten noch die Tatorte lassen eine Tendenz erkennen, wie Kripo-Chef Hartmut Retzlaff erklärt: „Wir haben bislang keinen Brennpunkt.“

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VON CHRISTIAN ZETT

Die jüngsten Fälle trafen besonders Hausbesitzer in der Kernstadt schwer: Wie die Polizei gestern mitteilte, brachen unbekannte Täter am Freitagabend zwischen 19.30 und 23.30 Uhr in zwei Einfamilienhäuser an der Warener Straße ein und klauten Schmuck. In beiden Fällen kamen die Täter über die Terrassentür – einmal schlugen sie gar die Scheibe ein. Ihr Einbruchwerkzeug – Hammer und Schraubendreher – ließen die Einbrecher im Garten zurück. Wie hoch der entstandene Schaden ist, stand gestern noch nicht fest.

Am Sonnabend erwischte es dann die Bewohner eines Einfamilienhauses an der Ahornstraße in Bennigsen. Gegen 20.45 Uhr verließen sie für etwa eine Dreiviertelstunde ihr Haus – nur um nach der Rückkehr zu sehen, dass ein unbekannter Täter versucht hatte, bei ihnen einzubrechen. Insgesamt versuchte der Einbrecher, drei rückwärtige Fenster aufzuhebeln – jedoch vergeblich.

Die Taten reihen sich ein in eine kleine Serie, die längst nicht allein durch den einbrechenden Herbst mit seiner längeren Dunkelphase zu erklären ist. Anfang September klauten Unbekannte aus einem Fachgeschäft am Nordwall Ware im Wert von mehr als 10 000 Euro. Wenige Tage später schlugen Einbrecher in Gestorf und Alvesrode zu: Am helllichten Tage verschwanden Geld und Schmuck. Ende September verschwindet ein Tresor aus einem Wohnhaus an der Dorfstraße in Holtensen. Dann wird in Lüdersen nach einem Einbruch ein Luxusauto mitgenommen, in Gestorf scheitert ein Einbruchsversuch, in Springe verjagen aufmerksame Hausbesitzer den Täter. Schon im Sommer war es in Völksen zu mehreren Einbrüchen gekommen.

Und jetzt ein neuer Fall – und mit Bennigsen ein weiterer betroffener Ortsteil. „Es ist schon unüblich, dass sich Tatzeiten und Tatorte so unterscheiden“, sagt Retzlaff. Für die Polizei erschwert es die Arbeit; sie kann sich bei ihren Ermittlungen und Streifenfahrten nicht auf bestimmte Punkte konzentrieren. Andererseits, sagt Retzlaff, „können wir nach einem Hinweis unsere Kräfte auch schneller verlagern“.

Dass die Einbruchszahlen in Springe im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, daraus macht Retzlaff keinen Hehl: „Das trifft aber auf die gesamte Region Hannover zu.“ Umso wichtiger sind für die Polizei Tipps aus der Bevölkerung. Nicht jedes ausländische Kfz-Kennzeichen sei gleich verdächtig, sagt Retzlaff: „Wenn jemand in einer Wohngegend herumfährt, der da nicht hingehört und den Leuten das seltsam vorkommt, dann sollten sie auf ihr Bauchgefühl hören und uns informieren.“ Ansonsten gelten die Standard-Warnungen: Wer in den Urlaub fährt, sollte sein Haus nicht unbewohnt aussehen lassen – etwa durch komplette Dunkelheit oder einen überquellenden Briefkasten.

Hinweise bitte an das Polizeikommissariat Springe unter 05041/94290.

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