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Ermittler vermuten auswärtige Täter / Häufung von Fällen seit Herbst – nach Rückgang im Vorjahr

Einbrüche: Polizei fährt Sonderstreifen

Springe. Das Polizeikommissariat hat auf die zunehmende Zahl von Haus- und Wohnungseinbrüchen im Stadtgebiet reagiert. Man fahre in einigen Bereichen Sonderstreifen, erklärte gestern Polizeihauptkommissar Joachim Eickmeyer. Er spricht von einer „Häufung“ von Fällen seit dem Herbst – betont aber auch: „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einbruchdiebstähle unter dem Strich zurückgegangen.“

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Inwiefern ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht und wer für sie verantwortlich ist – das weiß die Polizei nicht. „Wir können auch nicht gezielt ganze Straßenzüge überwachen. Aber wir haben ein Auge darauf“, sagt Eickmeyer.

Für ihn und seine Kollegen hat sich mittlerweile ein Bild aus den gut 20 Einbrüchen ergeben, die sich seit Oktober ereignet haben: Die Täter kommen meist am Abend. „Die dunkle Jahreszeit ist immer noch die schwierigste, was diese Fälle betrifft“, weiß Eickmeyer. Fast immer, vermutet er, haben die Einbrecher zunächst ihr Ziel beobachtet. Haben gewartet, bis im Haus, in der Wohnung die Lichter ausgehen; bis sie sicher sein konnten, freie Bahn zu haben: „In nahezu allen Fällen waren die Bewohner nicht zuhause, als die Täter zugeschlagen haben.“

Ebenfalls bemerkenswert: die Beute. Bei den meisten Taten lassen die Einbrecher nur Geld und Schmuck mitgehen. Wertgegenstände wie Elektronikartikel verschmähen sie dagegen – obwohl diese sich gut sichtbar in den Räumen befinden. Für Eickmeyer ist das zumindest ein Indiz dafür, mit wem die Polizei es hier zu tun haben könnte: sogenannte reisende Täter, die von außerhalb Springes kommen und direkt nach der Tat die Stadt wieder verlassen. Denn: „Bei ortsansässigen Einbrechern spielt oft Beschaffungskriminalität für Drogen eine Rolle. Sie nehmen auch kleinere Wertgegenstände mit, die sie schnell zu Geld machen können.“

Doch Eickmeyer weiß auch: Professionell vorgehende Täter von außerhalb machen die Aufklärung der Einbrüche schwieriger – nicht nur bei der unmittelbaren Fahndung: „Oft wird gestohlener Goldschmuck schnell eingeschmolzen und verkauft. Da findet man noch nicht mal mehr die Beute“, so der Hauptkommissar. Kompliziert sind die aktuellen Fälle aber auch aus einem anderen Grund: Ein örtlicher Schwerpunkt lasse sich kaum ausmachen, so Eickmeyer – die Taten verteilen sich auf einen Großteil des Stadtgebiets. Zwar haben sich viele Fälle in der Kernstadt, in Völksen und Bennigsen ereignet – doch auch in Gestorf gab es Opfer.

Die aktuelle Serie von Haus- und Wohnungseinbrüchen begann Ende Oktober: Damals entwendeten Täter aus einer Wohnung in Bennigsen Kamera, Objektive und Schmuck im Wert von 5 000 Euro. Seitdem gab es weitere Fälle – unter anderem auch in Eldagsen (Rewe-Markt), Alvesrode (Wohnhaus) oder Altenhagen I.

Für Eickmeyer ist der wichtigste Faktor bei der Suche nach den Tätern immer noch die Bevölkerung. „Wenn jemand in einer Wohnstraße steht, der da nicht hingehört: Rufen Sie lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig“, appelliert er. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 05041/ 94290 entgegen.



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