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Ein Wochenende Jugendarrest: 21-Jähriger verkaufte Marihuana

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Mindestens sieben Mal hatte der Angeklagte gemeinsam mit einem Kumpel im Frühjahr und Sommer letzten Jahres gedealt. Unumwunden gab er zu, dabei jeweils 25 Gramm Marihuana an zwei Jugendliche weitergegeben zu haben. Die beiden jungen Männer sollten den Stoff dann für ihn und seinen Kumpel verkaufen und den Erlös ihren Auftraggebern geben.

„Ich hatte eine schlechte Zeit“, erklärte der 21-Jährige. Er habe selbst mindestens ein Gramm Marihuana pro Tag geraucht. „Das sind mehrere Joints pro Tag?“, fragte Richter Lubrich nach. Und der Angeklagte bestätigte den hohen Konsum: „Ich war nicht ganz zurechnungsfähig zu der Zeit“.

In dieser Phase habe er mit seinem Kumpel die Idee gehabt, den Stoff von anderen auf der Straße verkaufen zu lassen. Einer von ihnen berichtete als Zeuge vor Gericht. „Ich habe den Stoff an verschiedene Kunden weiterverkauft“, erzählte der 17-jährige Springer.

Das Marihuana habe er von dem Angeklagten und dessen Kumpel in einer Wohnung in Springe bekommen. Pro verkauftem Gramm habe er zehn Euro kassiert. Den Erlös gab er seinen Auftraggebern. Dabei bezeichnete er den Kumpel des Angeklagten als eine Art „Chef“. Dieser Mittäter wurde von der Staatsanwaltschaft bereits verfolgt.

„Sie haben Jugendliche in das Handeltreiben reingezogen“, sagte Jugendrichter Lubrich zu dem 21-jährigen Eldagser. Dieser wiederholte, eine schlechte Zeit gehabt zu haben. Deshalb sei er auch zu seiner Mutter gezogen, um in ein anderes Umfeld zu kommen. Inzwischen konsumiere er gar keine Drogen mehr und lebe wieder alleine in einer Wohnung. Zudem bemühe er sich, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Die Staatsanwältin hatte für den Angeklagten wegen eines besonders schweren Falls von Handeltreiben einen zweiwöchigen Arrest gefordert. Jugendrichter Lubrich urteilte milder. Ein Wochenende muss der 21-Jährige nun hinter Gittern verbringen. Wo er die 80 Arbeitsstunden ableistet, wird ihm die Jugendgerichthshilfe demnächst mitteilen.



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