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Einzelhandelskonzept für ganz Springe gefordert

Ein Plan für alle

Springe. Susann Demelius hat sich zusätzliche Arbeit aufgebürdet. Die städtische Chefplanerin ist überzeugt, die Entwicklung der Innenstadt nur mit einem Einzelhandelsgutachten begleiten zu können. Die Politik signalisiert Zustimmung – und die Investoren an der Osttangente müssen sich gedulden.

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Autor:

Markus Richter

Hintergrund der Idee sind die Pläne von Aldi, Edeka und Hagebau, ihre Flächen zu vergrößern beziehungsweise umzustrukturieren (NDZ berichtete). Der Beschluss aus dem Verwaltungsausschuss, die kleine Erweiterungslösung von Aldi zu genehmigen, geht Demelius nicht weit genug. „Ich kann den Investoren keine richtige Antwort geben.“ Die Lösung, die sie dem Fachausschuss präsentierte: ein zweiteiliges Einzelhandelskonzept. Die Planerin erkennt unmittelbare Zusammenhänge zwischen den Interessen der Geschäftsleute, Gastronomen und Hoteliers im Zentrum und den Märkten auf der Grünen Wiese. „Ohne verlässliches Gutachten gibt es keinen Bestand für die Zukunft.“

Ortsbürgermeister Carsten Marock ist überzeugt: „Damit sprechen wir der Werbegemeinschaft aus der Seele.“ Deren Vertreter Joachim Dörrie hält den Schritt für längst überfällig: „So etwas gibt es in fast allen Mittelzentren der Region.“ Man müsse „ganzheitlich betrachten“ wo es hingehen soll mit der Entwicklung. Auch im Wettbewerb der Kommunen sei strategisches Denken angebracht. Der Ausschuss folgte Demelius’ Vorschlag einstimmig. Ihr Fachdienst wird nun Aufträge einholen, zunächst unverbindlich. Der Verwaltungsausschuss würde dann über eine Auftragsvergabe beraten. Die Kosten würden im Bereich von etwa 20 000 Euro liegen.

Teil eins des Konzeptes beinhaltet demnach die Bestandsanalyse, die Auflistung des Sortiments und der Verkaufsflächen. Die sogenannte Bauleitplanung soll danach ausgerichtet werden. „Für das Verfahren hätten die Investoren an der Osttangente zahlen müssen“, sagt Demelius. Stattdessen soll nach ihrem Vorschlag der Anteil in das Gutachten fließen. Unterm Strich würde dasselbe dabei herauskommen. Der Hintergrund ist offenbar symbolisch: Aldi und Co. würden signalisieren, dass ihnen die Innenstadt nicht vollkommen egal ist.

Teil zwei des Konzepts würde darauf aufbauen. Mit dem Ziel, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Da sich kaum jeder Händler an den Kosten beteiligen würde, sollen sie aus dem städtischen Haushalt getragen werden. „Eine Investition in die Zukunft.“ Wie lange das Erstellen des Gutachtens dauern wird und wann Aldi dann endlich seine Pläne in die Tat umsetzen kann, ist fraglich. Die Verwaltung hat noch keine Erfahrungswerte gesammelt.

Doch vielleicht macht sich die notwendige Geduld für den Discounter bezahlt, sagt die Planerin: „Die Chance, doch noch einen Neubau realisieren zu können, wächst dadurch.“



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