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Ein Pflegeheim für 9 Millionen Euro

Springe. Nach jahrelangen Planungen kommt mächtig Bewegung ins Neubaugebiet „Großer Graben“. Nicht nur die Vermarktung der Grundstücke im zweiten Bauabschnitt läuft – auch der Bau eines Pflegeheims hat begonnen. Laut Investor Friedhelm Clasen fließen rund 8,8 Millionen Euro in die Anlage, die knapp 100 Plätze bieten und 60 Jobs nach Springe bringen soll.

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Schon 2006 hatte der Rat grünes Licht für die Pläne gegeben. Auch im Bebauungsplan ist das Seniorenheim seitdem fest eingerechnet. Doch dann verzögerte sich das Projekt: Nicht nur die Betreibersuche gestaltete sich schwierig; auch der erste Bauabschnitt am „Großen Graben“ füllte sich wesentlich langsamer als erhofft.

Doch seit kurzem rollen die Bagger an der Mozartstraße. Laut Investor Clasen, dessen Firma „VIT“ in Bremen sitzt, sind in dem Heim 96 Betten in Einzelzimmern geplant. Dazu kommen zwei seniorengerechte Wohnbungalows mit je 75 Quadratmetern, die verkauft oder vermietet werden. Eröffnen soll die Einrichtung schon im Herbst, wenn auch die ersten Grundstückseigentümer im Baugebiet rundherum in ihre Häuser ziehen könnten. Nach und nach will Clasen dann 60 Arbeitsplätze im Pflegebereich schaffen.

Betreiben solle das Pflegeheim eine neu zu gründende Gesellschaft. Es handele sich um einen freien Träger mit Wurzeln am Deister, sagt Clasen – Details will der Investor aber noch nicht nennen. Der Schwerpunkt der Einrichtung solle bei unterschiedlichen Krankheits- und Pflegebildern liegen: „Die Patienten sollen in ihren Defiziten unterstützt und gezielt reaktiviert werden.“

Mit dem aktuellen Konzept weicht Clasen von den Plänen ab, mit denen das Projekt vor einigen Jahren ursprünglich an den Start gegangen war. 2006 hatten Stadt und Politik die Genehmigung des Heims im Eilverfahren beschlossen, um einem Wunstorfer Investor den schnellen Bau vor der Mehrwertsteuer-Erhöhung im folgenden Jahr zu ermöglichen. Dieser wollte damals 3,5 Millionen Euro in eine Einrichtung mit 70 Plätzen, 16 Apartments und bis zu 30 neuen Arbeitsplätzen stecken.

Schon wenig später trat dann Clasen als Investor auf und kaufte das Gelände von Bauträger HRG – vor mittlerweile mehr als sieben Jahren. Damals sollten auf der 4500 Quadratmeter großen Fläche noch 100 Betten und 20 Apartments entstehen – von letzteren ist jetzt keine Rede mehr.

Wegen der zeitweise schleppenden Vermarktung des Baugebiets sorgten zwischenzeitlich anderweitige Pläne von Stadt und HRG für Aufregung: Sie wollten anstelle des zweiten Abschnitts eine riesige Solaranlage errichten. Doch dieses Vorhaben zerschlug sich. zett

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