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Ein Klo für 300000 Euro und die Meinung der NDZ-Leser dazu

SPRINGE. Der mögliche Bau einer 300000 Euro teuren WC-Anlage in der Springer Innenstadt löst auch im Internet eine Diskussion aus – zahlreiche Facebook-Nutzer melden sich auf der NDZ-Seite zu Wort; teils mit einer sehr klaren Meinung zu dem Projekt, das Ortsbürgermeister Uwe Lampe „Toilette deluxe“ nennt.

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Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin / Digitalkoordinatorin zur Autorenseite
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Einer, der ebenfalls mit debattiert ist Benjamin Lüders, der in der Innenstadt den Backwaren-Handel „Gutes von Gestern“ betreibt und schon vor einigen Wochen in einem NDZ-Artikel Stellung bezog. Dass für die 755 000 Euro aus dem Fördertopf „Perspektive Innenstadt“ eine neue öffentliche Toilette im Gespräch ist, stand für Lüders symbolisch dafür, dass es aus seiner Sicht manchmal etwas inspirierter zugehen dürfte bei der Debatte um Veränderungen: „Wir bekommen eine dreiviertel Million Euro und reden über ein Klo.“ Eine Sicht, die er auch jetzt, Wochen später, weiter vertritt: „Das sind Fördergelder, die sicherlich anderes im Sinn hatten als ein finanziell unproportionales Klo-Projekt.“ Für ihn sei es „völlig unverständlich, dass in der Politik nicht haufenweise Sachen in der Pipeline sind, die vernünftig sind, aber sich bislang nicht finanzieren ließen“. Jetzt, mitten in der laufenden Diskussion, sei er von seiner anfänglichen Irritation nun zu einer Fassungslosigkeit gekommen.

Pro: Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Befürwortet wird der WC-Neubau von Caroline Gonschorek. Als Mutter von drei Kindern möchte die Ortsrats-Politikerin gerne zentral eine saubere Toilette haben. „Bei irgendwelchen Restaurants mit drei Kindern um einen Toilettenbesuch zu bitten, ist nicht wirklich schön.“ Auch Tim Hartmann aus Mittelrode findet die Idee, neue Toiletten zu bauen, an sich gut, weil es die Aufenthaltsqualität in der Stadt verbessere. Kritisch sieht er aber die hohen Kosten. „Dass es nun Unmut gibt, war abzusehen. Jetzt muss man wirklich nach vorne gehen und genau erklären, weshalb das so teuer ist.“ Er könne verstehen, dass das viele nicht nachvollziehen könnten. Und drängt auf eine bessere Kommunikation: Der Vorstoß sei schwer vermittelbar.

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Contra: Viel zu teuer

Gegenwind gibt es auch von Lars Busse aus Bennigsen. „Wir bauen ein Klo und schieben notwendige Bauten für die öffentliche Sicherheit in weite Ferne“, schreibt er auf der Facebook-Seite der Neuen Deister-Zeitung.

Von „Unfassbar“, „ohne Worte“ bis „Katastrophe“ ist in weiteren Kommentaren der Kritiker die Rede. „Da bauen sich andere ein ganzes Haus von“, schreibt Andrea Felske mit Blick auf den vorausgesagten Preis des Projekts. Meik Rennekamp befürchtet bereits jetzt steigende Kosten. Und Mike Sponer kommentiert: „Nobel geht die Welt zugrunde...“

An anderer Stelle nehmen es die Facebook-Nutzer aber auch mit Humor, wie etwa Melanie Adams: Sei das WC so teuer, weil sich vielleicht beim Betreten automatisch der Toilettendeckel öffnet oder das WC per Sprachsteuerung die Springer begrüßt? Oder ist der Sitz sogar beheizbar für kalte Wintertage? Vielleicht, vermutet sie, gibt es ja auch eine Massagefunktion – dann könne sie vielleicht die hohen Investitionskosten verstehen.




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