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Ein Jahr nach der Flut: So wollen sich die Orte schützen

SPRINGE. Bei der lang anhaltenden Trockenheit mag der Gedanke unwirklich erscheinen – aber bald jährt sich die große Juli-Flut in Eldagsen, Holtensen und Bennigsen zum ersten Mal. Etliche Flüsse und Bäche waren damals über die Ufer getreten und überfluteten Felder, Gärten und Straßen. Eine aktuelle Bestandsaufnahme.

Helfer befreien eine Brücke in Holtensen von Treibholz, das den Ohebach entlang geschwommen ist. ARCHIVFOTO: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Was hat sich in den Orten mittlerweile in Sachen Hochwasserprävention getan?

In Holtensen stand das Wasser der Ohe an etlichen Stellen bis zum Anschlag – und manchmal auch darüber hinaus. Was dazu geführt hat, wurde im Ort rege diskutiert. Als ein Grund für die große Flut machten die Holtenser schließlich aus, dass Schulf rund ums Bachbett nicht geschnitten worden war. Das hat sich nun geändert: „In diesem Jahr wurde das Ufer des Ohebachs bereits gemäht – wie mit dem Leineverband vereinbart“, sagt Ortsbürgermeister Heinrich Freimann (CDU). Insofern macht er hinter eine Problemzone einen Hacken.

Er betont allerdings: „Wenn wieder 80 Millimeter Regen binnen zwei Stunden fallen, dann haben wir keine Chance.“ Damit es nicht wieder ganz so schlimm wird wie im Juli 2017, laufen derzeit Gespräche mit dem Realverband. Geplant ist, dass ein Graben, der durch die Felder führt, bei Starkregen als Überlaufbecken verwendet werden kann, die Fluten so am Ort vorbei geführt werden.

Auch in Eldagsen hat sich seit der Flut im vergangenen Jahr einiges getan. „Wir haben Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Leineverband geführt“, sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Rohlf (CDU). Unter anderem wurde von der Stadt das Regenrückhaltebecken an der Klosterstraße ausgemäht, ebenso wie das Bett des Wöhlbachs.

Um für künftige Fluten besser gewappnet zu sein, wurden zudem im Lüdekenwinkel die Kanalschächte verschraubt, damit die Deckel nicht vom immensen Wasserdruck nach oben gepresst werden, wie das vor einem Jahr geschehen war.

Überdies soll es künftig besser möglich sein, dass das Wasser des Gehlenbachs am Abschlagsbauwerk an der Holzmühle in Richtung Alter Gehlenbach umgeleitet wird. Das funktioniert bislang noch nicht so gut. „Da muss optimiert werden, damit das Wasser besser fließt“, erläutert Rohlf. Eigentümer der Fläche mit dem Wehr ist der Realverband, Gespräche laufen bereits.

Rohlf lobt im Zusammenhang mit dem Thema Hochwasser ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, der Verwaltung und den umliegenden Ortsräten.

In Bennigsen waren vor einem Jahr auch etliche Keller vollgelaufen. Grund dafür waren aber nicht Bäche, die sich in reißende Flüsse verwandelt haben, sondern die Kanalisation im Ort.

Die sorgt seit längerer Zeit für Ärger. Ortsbürgermeister Jörg Niemetz (CDU) ist enttäuscht darüber, dass die Informationen zum Stand der Kanalsanierungen seitens des Eigenbetriebs Stadtentwässerung nur spärlich fließen. „Kommuniziert wird wenig bis gar nicht mit uns“, sagt er. Niemetz hofft, dass zumindest bei der nächsten Ortsratssitzung am 22. August einige Informationen fließen: Nämlich über den Bau eines Wassersammlers, das ist so etwa wie ein Regenrückhaltebecken im Miniformat, am Ortsausgang Richtung Hüpede. Welche Folgen hat der Bau und entlastet er die offenbar beanspruchte Kanalisation im Ort?

Zu hoffen wäre das natürlich für Bennigsen. „Wir wissen noch nichts Genaues“, gibt Niemetz auch an der Stelle allerdings zu Protokoll.



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