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Ein gelber Schleier aus Blütenpollen legt sich über Springe

SPRINGE. Autos gelb, Bürgersteine gelb, Fenster gelb. In diesen Tagen scheint sich ein Schleier aus feinen gelben Körnern über die Stadt zu legen. Manch einer bekommt gar den Eindruck, durch eine gefärbte Brille zu schauen. Viele Springer sind vom gelben Blütenstaub, der eine klebrige Schicht bildet, wenig begeistert.

Die Autos im Weserbergland sehen momentan gerne mal so aus: Blütenstaub setzt sich auf dem Lack ab. Foto: Dana
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Juliet Ackermann Volontärin zur Autorenseite

Doch was hat es mit dem gelben Staub eigentlich auf sich? Die Antwort ist: Dieses Jahr ist ein sogenanntes Mastjahr für Fichten – bei einem solchen Ereignis blühen Fichten besonders stark und sondern viele gelbe Pollen ab.

Karl-Hermann Heinze, Hobby-Wetterforscher aus Springe, erklärt, der Pollenzuwachs liege auch daran, dass der Frühling mit niedrigen Temperaturen begann. Auf den Wachstumsstillstand im März sei dann ein sehr warmer April gefolgt: „Seither ist alles am Blühen – Raps, Kiefern und vieles mehr.“ Und besonders eben auch die Fichten-Bäume, die es in ganz Springe gelbe Pollen regnen lassen.

Zusätzlich seien es aber auch andere Baumarten, die verstärkt austreiben, sagt der Springer Stadtförster Bernd Gallas: „Es sind nicht nur Fichten, auch Tannen und Laubhölzer wie Buchen gehören dazu“, stellt er klar.

Der Förster kann dem gelben Staub – im Gegensatz zu vielen Autofahrern – einiges abgewinnen: „Wenn die Bäume stark blühen, ist es ein Zeichen dafür, dass es viele Früchte gibt. Zum Beispiel Bucheckern. Das ist etwas Positives für die Natur.“ Auf den reichen Ertrag an Baumfrüchten sei auch das Wort „Mastjahr“ zurückzuführen: Der historische Begriff gehe darauf zurück, dass in einem solchen Mastjahr Schweine im Herbst in den Wald getrieben wurden, wo besonders viele Bucheckern und Eicheln zu finden waren.

Aus der Sicht von Gallas ist es erfreulich, wenn es zu einer solchen Blütenpracht kommt: „Es ist etwas Schönes“, stellt er klar. Denn für den Wald bedeute es eine natürliche Verjüngung, „es entsteht von allein ein neuer Wald.“ Zumindest, nachdem im Herbst die Früchte von den Bäumen gefallen und Setzlinge entstanden sind. In rund einem Jahr werden die jungen Bäume dann überhaupt erst sichtbar sein.

Eigentlich solle es zu einem solchen Phänomen nur alle sieben Jahre kommen. Doch das sei längst nicht mehr der Fall, so Gallas: „Es kommt häufiger vor, als es im Lehrbuch steht. Erst vor zwei Jahren hatten wir so etwas schon einmal.“ Die Häufung von Blütenstaub-Schauern hängt nach Gallas Einschätzung auch mit der allgemeinen Klimaerwärmung zusammen.



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