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Ein Fest für Springes Luther am Reformationstag

Sein Leben und Wirken war für die Reformation in Springe mindestens genauso wichtig wie das des großen Luthers selbst. Dennoch reden am Deister die wenigsten über Anton Corvinus. Die St.-Andreas-Gemeinde will das ändern und Corvinus in den Mittelpunkt einer großen Feier rund um die Kirche am Reformationstag stellen.

Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Hätte es den Theologen nicht gegeben, hätte der evangelische Glauben womöglich in Springe gar nicht Fuß fassen können – der geborene Warbuger war von Elisabeth von Calenberg-Göttingen zu so etwas wie dem Umsetzer der Reformation ernannt worden. Bibel-Experte Harald-Peter Lesch, der von Springe aus die Veröffentlichung der neuen Luther-Bibel mitorganisiert hat, kennt sich mit der Geschichte Corvinus‘ gut aus. Und versorgt das Fest mit Original-Texten und einem Corvinus-Quiz.

„Wir wollen ein Fest feiern, bei dem die Besucher Springe so sehen können, wie es Corvinus hätte vor 475 Jahren auch sehen können“, erläutert Pastor Klaus Fröhlich die Idee hinter dem Trubel, der die Besucher am Reformationstag nach dem Gottesdienst um 11 Uhr erwartet.

Unter anderem sorgt das Dorfkulturerbe Altenhagen I für deftige Genüsse aus der Zeit der Reformation, die Spinnstube Springe zeigt alte Handarbeitstechniken, eine Gutenbergpresse macht die Bedeutung des Buchdrucks deutlich, die Pfadfinder sorgen mit alten Spielen für Kurzweil, die evangelische Jugend schwingt beim Jugger-Spiel die Keulen. Dazu werden Lieder aus dem Mittelalter gesungen, Lesch hält einen Vortrag zu Corvinus, ein Ikonenmaler zeigt, wie damals sakrale Kunst entstand – und zwischendrin lädt Lesch eben zum Reformationsquiz, bei dem die Teilnehmer eine Gummi-Ente im Luther-Look gewinnen können.

Fröhlich sagt, dass der Corvinus-Bezug in diesem Jahr ganz besonders charmant sei, weil die Feier zur Reformation dadurch „wirklich Lokalkolorit“ erhalte. Immerhin lebten von Heinrich Temps, dem ersten anerkannten evangelischen Pfarrer in Springe – Corvinus hatte ihn höchstpersönlich noch gleichermaßen auf seine Amtspflichten eingeschworen – noch bis heute Nachfahren in Springe. Und Corvinus wiederum, weiß Lesch, kannte Luther, und so schließt sich der Kreis zum großen Luther-Jubiläum, das im vergangenen Jahr gefeiert wurde.

Umgekehrt gibt es in Springe auch eine Menge Veränderungen, die erst durch Corvinus und die Reformen von Elisabeth von Calenberg/Braunschweig angestoßen wurden. „Die erste öffentliche Schule in Springe wurde damals gegründet – das wäre ohne die Kirche nicht gegangen“, weiß Ulrike Hoffmann-Bürrig. Und auch, dass Elisabeth die kirchlichen Güter nicht einfach dem Landesherren geschenkt, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt habe, präge die Region bis heute: Immerhin habe sich so die Klosterkammer entwickelt – „und sie finanziert in großen Teilen heute den Nachbarschaftsladen Doppelpunkt“.

Gefeiert wird am Reformationstag von 11 bis 18 Uhr rund um die Kirche.




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