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23-jähriger Springer steht nach einer Kneipenschlägerei vor Gericht

Eifersucht: Mit der Faust ins Gesicht

Springe. Das Ende eines Kneipenabends: Eine Frau lehnt sich an die Schulter eines jungen Mannes – und kurz darauf fliegen die Fäuste. Gestern ist deshalb ein 23-jähriger Springer vor dem Springer Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt worden.

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VON ANNEGRET BRINKMANN-THIES

Nach einem Faustschlag ins Gesicht war das Opfer des Springers zu Boden gegangen, gegen einen Pfeiler gestürzt und hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren.

Ja, er habe den jungen Mann geschlagen, gab der Angeklagte gestern unumwunden zu. Davor habe sein Gegenüber ihn aber beleidigt und geohrfeigt – er habe lediglich im Affekt zurückgehauen. Die Vorgeschichte: Mitte September 2014 war der 23-Jährige in einer Innenstadt-Kneipe auf eine Gruppe junger Erwachsener gestoßen. Gemeinsam habe man „einen entspannten Abend“ verlebt, erinnerte sich der Springer gestern.

In den frühen Morgenstunden hatten die sich vorher nicht bekannten Feiernden das Lokal verlassen. Dabei waren Angeklagter und Opfer beide nicht mehr nüchtern. Der 23-Jährige setzte sich nach seinen Angaben zunächst auf eine Treppe gegenüber der Kneipe – eine junge Frau aus der Gruppe habe sich dabei an ihn gelehnt. Offenbar sei daraufhin der junge Mann aus Georgsmarienhütte eifersüchtig geworden: Es kam demnach zu Pöbeleien, Beleidigungen – und besagter Ohrfeige: „Da habe ich zurück gehauen“. Das Opfer sei ins Straucheln geraten und gestürzt. „Es war nicht meine Absicht, ihn zu verletzen, ich habe nur im Affekt gehandelt“, beteuerte der Springer gestern. Das Opfer sagte gestern aus, er erinnere sich wohl an Pöbeleien, die beiden Männer hätten einander geschubst. „Aber ich habe ihn nicht geohrfeigt.“

Und selbst wenn: Ein Faustschlag sei keine angemessene Reaktion für eine Notwehr im Affekt, betonte die Staatsanwältin. Sie erinnerte daran, dass das Opfer durch seinen Sturz eine Schädelprellung und eine Platzwunde erlitten habe.

Die Entschuldigung des Angeklagten im Gerichtssaal nahm der junge Mann schließlich aber an. Die beiden Kontrahenten reichten sich die Hand.

Wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Körperverletzung war gegen den 23-jährigen Springer ursprünglich ein Strafbefehl über 1400 Euro erlassen worden, gegen den er jedoch Einspruch eingelegt hatte. In ihrem gestrigen Urteil änderte Richterin Tanja Künnemann denn auch die Höhe der Strafe: Wegen einer veränderten beruflichen Situation des Angeklagten muss der Mann nur noch 70 Tagessätze á 10 Euro bezahlen – also 700 Euro.



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