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Ehepaar wegen vielfachen Online-Betrugs verurteilt

SPRINGE. Schwangerschaftstests, Babywindeln, Fotobücher: Immer wieder hat ein Springer Ehepaar im Internet Waren bestellt, ohne dafür zu bezahlen.

Foto: Pape

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Dafür benutzten sie unterschiedliche Namen. Am Dienstag wurden beide vor dem Schöffengericht am Springer Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Strafe wurde für den 39-jährigen Familienvater und die 32-jährige fünffache Mutter zur Bewährung ausgesetzt.

Waren im Wert von mehr als 5000 Euro, hatte die Frau online geordert. Ihr Ehemann wusste von den Bestellungen, einige hat er wohl auch selbst getätigt. „Ich schäme mich selbst, dass ich das gemacht habe“, sagte die junge Frau. „Warum haben sie denn so viele Luxusartikel bestellt?“, wollte die vorsitzende Richterin wissen.

„Ich habe das nur gemacht, damit es den Kindern gut geht“, erklärte die Angeklagte, der inzwischen neben einer Bewährungshelferin auch eine Familienhelferin an die Seite gestellt wurde. Denn auch hochwertiges Spielzeug, Kleidung für die Kinder und besondere Schnuller, bestellte sie im Internet, ohne zu bezahlen. Zudem schloss das Paar einen speziellen kostenpflichtigen Vertrag über einen TV-Kinderkanal ab. Bereits im Sommer 2017 stand das Paar wegen diverser Betrugsfälle im Internet vor Gericht. Damals war das Paar zu einer jeweiligen Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Schon damals war aber klar, dass noch weitere Anklagen ins Haus flattern würden. Nun wurde eine Gesamtstrafe der insgesamt mehr als 30 Taten gebildet.

Eingestellt hat das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft allerdings den Tatvorwurf, dass die junge Frau zwei Mal Ebay-Artikel verkauft hat, die Waren aber nicht verschickt hat. Das Geld für einen Damenparka – rund 30 Euro – sowie für eine Damenjeans für drei Euro hatte sie allerdings kassiert.

„Ich habe es einfach vergessen, die Sachen auch zu verschicken“, sagte die Springerin. In dieser Zeit habe sie große Sorgen um ihr Kind gehabt, sagte sie. Inzwischen habe sie den Käufern ihr Geld zurücküberwiesen. Das bestätigte auch die Käuferin, die die Jeans für drei Euro erwerben wollte. Für ihre Zeugenaussage vor dem Springer Schöffengericht war sie eigens aus Hessen angereist.



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