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Editha Bäsler: 41 Jahre im Einsatz für die Lebenshilfe

SPRINGE. Mehr als 41 Jahre war Editha Bäsler bei der Springer Lebenshilfe und hat die Tagesförderstätte aufgebaut. Jetzt geht die 63-Jährige in den Ruhestand. Eigentlich, erzählt Bäsler, hat sie als Jugendliche überlegt, etwas mit Chemie zu machen.

Seit 2012 leitet Editha Bäsler die Tagesförderstätte in Springe mit 42 Menschen mit Mehrfachbehinderung. „Die Abteilung ist stetig gewachsen“, sagt die 63-Jährige, die jetzt im Ruhestand ist. Gestartet ist die Gruppe mit 20 Menschen. FOTO: HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Und darüber bin ich sehr froh und habe die Entscheidung nie bereut. Ich wollte für Menschen, denen es nicht so gut geht, eine bestmögliche Förderung ermöglichen.“ Ihre Ausbildung machte sie beim Sozialunternehmen Bethel. „Seitdem hat sich viel verändert.“

Eigenständigkeit wird heute viel mehr gefördert.

Heute werde die Eigenständigkeit von Menschen mit Behinderungen mehr gefördert als früher. „Auch ihre Wünsche werden mehr berücksichtigt.“ Aus diesem Grund hat sie mit einigen Bewohnern getöpfert, geflochten, gewebt und gemalt. Für noch mehr Eigenständigkeit der Bewohner wünscht sich Bäsler seit Langem eine Werkstatt, mit der Arbeitsplätze geschaffen werden. „Sie verdienen damit eigenes Geld und werden versichert, das ist eine ganz spannende, neue Entwicklung.“ Allerdings ärgere es sie, dass die Investitionskosten nur noch bis 2019 übernommen würden. „Das ist für uns dann eine wirtschaftliche Herausforderung.“

Neben den Plänen für eine Werkstatt, hat Bäsler zahlreiche andere Projekte mitbegleitet – unter anderem das Briefmarkensammeln für Bethel. „Das ist eine ganz tolle Aktion: Die Menschen kommen raus und haben auch noch eine sinnvolle Beschäftigung“, sagt Bäsler. So verteilen die Bewohner zum Beispiel auch den Gemeindebrief. „So entstehen schnell Kontakte und man kommt ins Gespräch.“ Bewusst ist sie mit den Bewohnern spazieren gegangen, ist mit ihnen einkaufen oder Eis essen gegangen. Vorbehalte habe es nie gegeben, betont Bäsler. „Wir haben keine negativen Erfahrungen gemacht, alle wurden ganz toll angenommen.“ Auch mit dem inklusiven Theater mit der Kunstschule Noa Noa habe sich die Lebenshilfe weiter geöffnet und sich so in Springe etabliert. „Heute kommen viele Personen mit schwereren Behinderungen und begleitet von einer Krankenschwester.“

Ein endgültiger Abschied wird es für Bäsler nicht sein. Sie will die Lebenshilfe in Zukunft ehrenamtlich unterstützen und mit den Menschen in Kontakt bleiben. „Mir sind alle sehr ans Herz gewachsen und werde immer wieder zu Besuch kommen.“ Was auch bleiben werden, sind die vielen Erinnerungen. „In einer kleinen Gruppe konnten wir, was die kognitiven Fähigkeiten betrifft, kleine Fortschritte erzielen. Wir haben immer wieder geübt, bis zum Beispiel ein Bewohner den Korb selbst flechten konnte“, blickt sie zurück. Und genau diese enge Zusammenarbeit werde ihr am meisten fehlen. „Ich fühle mich auch dem Team sehr verbunden, weil wir viel gemeinsam durchgestanden haben.“

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