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In den vergangenen fünf Jahren wurden innerhalb der Stadtgrenzen nur 25 Kinder geboren

Echte Springer sind echt selten

Springe (zett). Beim traditionellen „Klaasohm“-Fest auf der Nordseeinsel Borkum gibt es jedes Jahr eine eiserne Regel: Zutritt zur Festhalle haben nur echte Borkumer – das heißt, sie müssen auf der Insel geboren sein. Doch ohne Kreißsaal, ohne Geburtsstation im Krankenhaus wird das natürlich immer schwieriger. In Springe ist dieses Phänomen auch bekannt: Hier weichen die meisten Eltern in die Umgebung aus – in den vergangenen fünf Jahren gab es nach Recherchen der Neuen Deister-Zeitung nur 25 echte Springer – sie kamen alle per Hausgeburt zur Welt.

Jakob Bertram aus Altenhagen I ist einer von drei echten Springern, die in diesem Jahr in der Deisterstadt geboren wurden. Foto:

Während die reguläre Geburtenzahl der Deisterstadt seit Jahren kontinuierlich abnimmt (siehe Faktenkasten), gibt es bei den hier vor Ort zur Welt gekommenen Kindern stärkere Schwankungen. So wurden im laufenden Jahr erst drei Kinder zuhause in Springe oder den Ortsteilen geboren – 2009 waren es insgesamt noch sieben. Der Rekord der jüngsten Zeit liegt schon ganze acht Jahre zurück: 2002 kamen neun „echte Springer“ auf die Welt, darunter befand sich allerdings ein Zwillingspaar.

Die weiteren Zahlen: 2006 erblickten sechs Kinder innerhalb der Springer Stadtgrenzen das Licht der Welt; 2007 waren es vier und 2008 wieder fünf Kinder. Geschlossen wurde der Kreißsaal im Springer Kreiskrankenhaus an der Eldagsener Straße übrigens bereits Anfang der 70-er-Jahre – das heißt, die letzten dort noch geborenen Kinder müssten jetzt auf die 40 zugehen. Seitdem stehen nach Auskunft des heimischen Standesamts die Kliniken in Gehrden, Hameln, Hannover, aber auch in Hildesheim an der Spitze der alternativen Geburtsorte. Welche die meisten Kinder aus Springe hervorbringt, ist bei der Stadtverwaltung allerdings nicht verzeichnet.

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