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Dreierbeziehung endet vor Gericht

SPRINGE. Eine Verlobte, eine Geliebte, ein zerkratztes Auto und ein 29-jähriger Angeklagter, der sich für Nötigung und Sachbeschädigung verantworten musste: Dieses Szenario bot sich der Strafrichterin jetzt am Springer Amtsgericht.

Dem Angeklagten konnte die Sachbeschädigung nicht nachgewiesen werden. Symbolfoto: HELMBRECHT

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die Geliebte beschuldigte den 29-Jährigen, ihren Wagenlack mit dem Schlüssel verunstaltet zu haben, der Angeklagte behauptet das Gleiche umgekehrt von der 28-jährigen Frau. Er wurde zudem beschuldigt, die Frau zu einer Fahrt zur Springer Polizeistation gedrängt zu haben, wo sie einen Drogentest absolvieren sollte.

Seit sechs Jahren ist der Mann mit der Mutter seines Kindes verlobt, in diesem Jahr sollen die Hochzeitsglocken läuten. Gleichwohl gab es da im Leben des Springers die 28-Jährige, die im Haushalt der jungen Familie mit übernachtet hat. Sie sei nur eine ganz normale Freundin, behauptete der Angeklagte. Die 28-Jährige stellte die Situation allerdings anders da.

„Wir waren beide mit ihm zusammen“, behauptete sie mit Blick auf die Verlobte. Am vergangenen Weihnachtsfest eskalierte die Lage dann aber. Es kam zum Streit zwischen dem Angeklagten und der Geliebten. „Ich wollte alles abbrechen, es wurde mir zuviel“, erklärte der Mann. Auf dem Parkplatz vor der Wohnung der kleinen Familie kam es zum Wortgefecht mit der 28-Jährigen.

Während des Streits wurde auch der Wagen, den die Geliebte von ihrer Mutter entliehen hatte, zerkratzt. Es entstand ein Schaden von rund 1500 Euro. Ob der Angeklagte oder doch die Frau den Lack mit einem Schlüssel beschädigten, blieb unklar. Die Verlobte, die den Streit teilweise aus dem Fenster beobachtet hatte, erklärte jedenfalls, die Geliebte habe entsprechende Handbewegungen an der Motorhaube gemacht, Genaues habe sie aber nicht sehen können.

Schließlich stieg die Frau in den Wagen, der Mann stellte sich ihr kurz darauf in den Weg. Dann soll er sie gegen das Lenkrad gedrückt und genötigt haben, gemeinsam mit ihm zur Polizei zu fahren. Auch geohrfeigt habe er sie, berichtete sie in ihrer Zeugenaussage.

Auf dem Polizeirevier sollte sie sich einem Drogentest unterziehen. „Ich wollte zeigen, dass sie trotz Drogenkonsums Auto fährt“, erklärte der Angeklagte. Er habe sie aber nicht geschubst oder Ähnliches. Tatsächlich ließ sie sich testen – mit dem Ergebnis, dass bei der jungen Frau keine Betäubungsmittel im Spiel waren.

Inzwischen hat die 28-Jährige gegenüber ihrem Ex-Freund und dessen Verlobter ein Annäherungsverbot erwirkt. Für ihre Zeugenaussage wurde sie von Wachpersonal des Amtsgerichts in den Saal begleitet. Die Richterin sprach den Angeklagten frei. Ihm waren weder die Sachbeschädigung am Auto noch die Nötigung seiner ehemaligen Geliebten nachzuweisen.

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