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Diskussion: Bürger sollen sich an Stadtgestaltung beteiligen

SPRINGE. „Wie kann eine Stadt gemeinsam mit ihren Bürgern gestaltet werden?“: Bei einer Podiumsdiskussion über dieses Thema haben auf Einladung des Nachbarschaftsladen Doppelpunkt Wissenschaftler, Politiker und Praktiker gesprochen. Viele Zuhörer diskutierten mit.

Yannik Sowa (von links), Bürgermeister Christian Springfeld, Constantin Alexander, Martin Heinrich, Friederike Hoffmann und Claudia Koch diskutieren über Stadtgestaltung. Foto: Brinkmann-thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die Moderation lag in den Händen von Friedrike Hoffmann, die Schirmherrschaft hatte Springes Bürgermeister Christian Springfeld. „Eine Stadt wird für alle Bewohner geplant, und genau das ist die Herausforderung“, sagte Springfeld. Eine Herzensangelegenheit sei ihm deshalb, dass Springe ein integriertes Stadtentwicklungskonzept bekomme, weil damit die verschiedenen Interessen aufgegriffen und gebündelt werden könnten. Eine hundertprozentige Zustimmung aller Bürger könne es aber wohl nicht geben.

Das Thema Kommunikation sei entscheidend, wenn es um Beteiligung gehe, sagte Claudia Koch, die ein Wohnprojekt der Kreissiedlungsgesellschaft Hannover-Land betreut. Doch sie macht auch klar: „Dafür braucht man Geduld.“

Der Nachbarschaftsladen Doppelpunkt setze mit seinem Wunschbaumprojekt eben auf diese direkte Kommunikation, erklärte Hoffmann. „Und wir nehmen auch gemalte Wünsche an“, sagte sie. Wie berichtet, stehen die von Schülern der BBS Springe gefertigten Wunschbäume in allen Ortsteilen und an öffentlich zugänglichen Bereichen. Mit einer Auswertung rechnet Hoffmann im Sommer.

Bei allen baulichen Projekten decke die Stadt formal zwar den Prozess der Bürgerbeteiligung ab, machte Springfeld deutlich. Doch nicht alle Beteiligten könnten auf diesem Weg erreicht werden. Die Herausforderung sieht er aber darin, möglichst alle an Vorhaben beteiligten Menschen zu erreichen. Doch wie weit kann und muss Beteiligung gehen?, fragte Yannik Sowa vom PLATZProjekt Hannover. An diesem experimentellen Projekt beteiligen sich junge Menschen, die in einem selbstorganisierten Raum über ihre Stadt diskutieren und sie vor allem aktiv mitgestalten möchten. Sowas Erfahrung: Sich auf wenige Themen zu beschränken.

Im Gegensatz zu diesem Experiment auf einer grünen Wiese , gebe es in Springe natürlich gewachsene Strukturen, so Springfeld. Und es gebe verschiedene Netzwerke und gewachsene Nachbarschaft, so Martin Heinrich, Professor an der Universität Bielefeld. Auch diese gelte es, zu nutzen.

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