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Polizei und Kontrolleure durchsuchen Springer Ladengeschäft / Funde aus der Region werden untersucht

Dioxin-Skandal: Jetzt ermitteln gleich mehrere Behörden

Springe (ric). Nach den Recherchen der Neuen Deister-Zeitung im Fall dioxinverdächtiger Eier ermitteln jetzt mehrere Behörden. Erstes Ergebnis: In der Region wurden nach Bekanntwerden des Springer Falles weitere Eier gefunden, die von dem gesperrten Betrieb im Kreis Cloppenburg in den Handel gelangten.


Vor allem beschäftigt die Fachleute die Frage, wie Ware von dort überhaupt an die Verbraucher weitergegeben werden konnte, obwohl der Betrieb dichtgemacht worden war. Das Agrarministerium geht von einem Versehen und nicht von Vorsatz aus. Am Montag hatten sich Kunden an das Polizeikommissariat gewendet. Sie hatten am Sonnabend einen Sechserkarton „frischer Eier aus Bodenhaltung“ in einem Geschäft in der Springer Innenstadt erworben.

Nachdem sie davon aßen, bemerkten sie, dass die Stempelcodes identisch mit einer der Nummern sind, vor denen das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gewarnt hatte. Noch am selben Tag machten sich Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der Polizei Hannover nach Springe auf. Der Verdacht: Verstoß gegen das Lebensmittelrecht.

Verwirrend war offenbar, dass der Verpacker, ein Geflügelbetrieb aus dem Kreis Nienburg, nicht der Erzeugerbetrieb war. Die Beamten wurden von einem Lebensmittelkontrolleur begleitet, sagte gestern Regionssprecher Nils Meyer auf NDZ-Anfrage. „Die wichtige Frage war die, ob die Eier noch im Handel sind.“ In Springe waren sie es nicht. Wie berichtet, hatte die Geschäftsinhaberin sie schon entsorgt. Die Region kontrollierte als Verbraucherschutzbehörde im Anschluss mehrere Supermärkte im Umland der Landeshauptstadt.

In Müllcontainern fanden sie Eier, die ebenfalls von dem Cloppenburger Betrieb stammten und über den Verpacker in den Handel gelangten. „Wir haben so viele zusammen, dass es für eine Beprobung im Labor des LAVES in Oldenburg reicht“, sagte Meyer. Wenn das Ergebnis feststeht, liefert die Behörde einen Bericht an die Staatsanwaltschaft ab. Auch die Veterinärämter der Kreise Cloppenburg und Nienburg ermitteln nun den Hintergrund der Panne.

Der Region Hannover sei es wichtig, die Verbraucher zu informieren und zu sensibilisieren, sagte der Sprecher. Wer betroffene Ware (Code 2-DE-0350384) im Kühlschrank hat, sollte sie nicht verzehren – auch wenn der Konsum geringer Mengen nicht automatisch zu Gesundheitsschäden führen müsse.



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