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Kunden fühlen sich getäuscht – und erstatten Anzeige / Ware soll aus Cloppenburg stammen

Dioxin-Eier im Springer Handel verkauft

Springe. Der Dioxin-Skandal hat jetzt auch Springe erreicht: Dem Polizeikommissariat liegt eine Anzeige besorgter Konsumenten vor. Sie hatten in Springe Eier gekauft, deren Herkunftsnummer auf der Liste verseuchter Ware steht.

Dieses Ei stammt aus einer Sechserpackung, die in Springe verkauft wurde. Es trägt eine der Risiko-Nummern. Foto: ric

Autor:

Markus Richter

Bereits am Freitagmorgen bekam ein Einzelhandelsgeschäft in der Kernstadt ein Fax vom Lieferanten: Ein Geflügelhof aus dem Landkreis Nienburg/Weser bat um eine Kundeninformation. Tenor des Schreibens: Der Hof habe „garantiert nachweislich kein Dioxin belastetes Futter erhalten“, die Eier seien nicht belastet. Die Inhaberin des Geschäfts hängte daraufhin den Zettel ans Regal – und Verbraucher kauften beruhigt ein. Verzehrten die Eier. Dann der Rückruf: Am Sonnabend habe der Lieferant mitgeteilt, es sei eine Charge dazwischen, die zu den belasteten zählt. Sofort nahm das Geschäft die Ware aus dem Verkauf. „Wir können da nichts für“, so die Filialleiterin auf NDZ-Anfrage. Man habe „guten Gewissens“ gehandelt.

Beim Geflügelhof im Kreis Nienburg zeigt sich der Inhaber gesprächsbereit. „Bei uns laufen die Telefone heiß“, sagt er gegenüber dieser Zeitung. Die belasteten Eier habe er von einem Betrieb in Cloppenburg geliefert bekommen – „der hatte wohl Probleme mit dem Futter“. Der Landwirt selbst spricht von einer „Riesensauerei“, sieht den guten Ruf seines Betriebs gefährdet. Die Ereignisse hätten sich überschlagen. Sein Hof sei aber nicht geschlossen worden – dort würden ja keine verseuchten Eier gelegt.

Was den Springer Kunden im Nachhinein auffiel: Die Chargennummer auf der gekauften Verpackung stimmte nicht mit den Nummern auf den Eiern überein. Auch dafür hat der Landwirt aus Nienburg eine Erklärung: „Auf dem Karton steht die Packstellen-Nummer – auf den Eiern die vom Legebetrieb.“ Eine Aussage, die das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) auf Nachfrage bestätigt. Wichtig für die Konsumenten sei der Stempelcode auf dem Ei – nicht der auf der Packung. Das LAVES hat eine Hotline eingerichtet. Dort werden Verbraucher über den Skandal und die Folgen aufgeklärt. „Das Interesse ist sehr groß, auch am Wochenende haben wir pausenlos beraten“, so eine Sprecherin.

Beim Landkreis Nienburg steht der Geflügelbetrieb übrigens nicht auf der Liste, teilte ein Mitarbeiter der Behörde mit: Dort wurden hingegen sechs Schweinemast- und Milchviehhöfe vom Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung vorübergehend dichtgemacht.

Grund zur Panik besteht offenbar nicht: Der Laden sei der Einzige in Springe, der seine Eier vom genannten Hof bezieht, so der Landwirt – 60 Stück alle 14 Tage.

Diese Nummern gelten als gefährlich: 2-DE-035546, 3-DE-0312141, 2-DE-0312142, 2-DE-0312151, 2-DE-0350384.



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