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Dietrich zu Klampen stellt sein Herbstprogramm vor

VÖLKSEN. Was brachte Christof Wackernagel dazu, sich der Roten Armee Fraktion anzuschließen? Ein Schauspieler, Schriftsteller – und ehemaliger Terrorist. „Er hat sich dem bewaffneten Widerstand angeschlossen, obwohl ihm eine Hauptrolle in Hollywood angeboten worden war“, sagt Dietrich zu Klampen.

D. zu Klampen
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Das Buch „RAF oder Hollywood“ wird im September im Völksener Verlag erscheinen. Aber das ist nur ein literarischer Höhepunkt im Herbstprogramm.

Mit Autorin Barbara Sichtermann konnte zu Klampen eine Vorkämpferin der Emanzipation gewinnen. In ihrem Werk „Viel zu langsam viel erreicht“ zeigt sie, was sich durch die Frauenbewegung verändert hat, was sie erreicht hat und wo sie heute steht. Die Geschichte der neuen Frauenbewegung und des Tomatenwurfes von Sigrid Rüger 1968 als Zeichen weiblichen Protestes wird sich im kommenden Jahr zum 50. Mal jähren. „Betrachtet man die Werke von Sichtermann und Wackernagel zusammen, findet man im Werk von Joachim Fischer den konservativen Gegenspieler. Eigentlich müsste man das alles zusammen lesen“, sagt zu Klampen.

In „Gegenspieler der Revolution“ befasst sich Fischer mit dem Kampf um die intellektuelle Gründung der Republik. Wieder im Programm vertreten: Mordechai Strigler. Sein Werk „Majdanek“ wurde von der FAZ als „literarische Sensation“ gefeiert. „Wir bringen jetzt den zweiten Teil seines Erinnerungswerkes heraus.“ Während der Nazizeit hat Strigler zwölf Arbeits- und Konzentrationslager überlebt. Bereits kurze Zeit nach seiner Befreiung begann er, seine Erfahrungen festzuhalten. „Es ist ein besonders frühes Dokument und sehr ergreifend.“ Der zweite Band der Reihe „In den Fabriken des Todes“ soll bereits im Juni erscheinen.

Er ist aus dem Verlag kaum noch wegzudenken: Philosoph Christoph Türcke. „Erst Jesus, dann Luther, jetzt widmet er sich Hiob, ein Buch ist besser als das andere, sie begeistern mich“, gerät zu Klampen sofort ins Schwärmen. Die Geschichte um den gottesfürchtigen, wohlhabenden Hiob, der auf die Probe gestellt wird, ist bekannt: Satan stellte den Glauben Hiobs infrage und ob er nur fromm sei, weil es ihm gut ginge. So nahm er ihm alle Besitztümer. Türcke aber sieht in dieser Geschichte zahlreiche Rätsel. Mit „Umsonstleiden“ legt er den Schlüssel zur Hiobsbotschaft vor. „Es liest sich wie ein Krimi.“

Ein ganz aktuelles Thema wird Roger Letsch bei zu Klampen veröffentlichen: „Es geht um die Debattenkultur: Was ist politische Korrektheit?“, verrät der Völksener. In „Deutschlands Fremdeln mit dem Liberalismus – Szenen aus dem politischen Alltag“ schreibt Letsch vom Streben nach Konsens und politischer Bevormundung. „Das Buch ist sehr provokant und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.“

Mit dem Werk von Herbert Marcuse kehrt der Verlag wieder zu seinen Wurzeln zurück: Das Erbe der kritischen Theorie zu bewahren und aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet zu unterstützen. Nach wie vor spielt die Kritische Theorie eine wichtige Rolle im Verlagsprogramm. Der „Eindimensionale Mensch“ von Marcuse war bereits ein voller Erfolg. Im September erscheinen seine Vorlesungen zum eindimensionalen Menschen unter dem Titel „Kapitalismus und Opposition“.

Ein Buch könnte übrigens spätestens im kommenden Jahr wieder aus dem Schrank geholt werden: „Die Göbel Legende“ von dem Springer Historiker Hans-Christian Rohde. Im kommenden Jahr feiert Heinrich Göbel seinen 200. Geburtstag.

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