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Diese Springer sind an Silvester und Neujahr im Einsatz

SPRINGE. Während bei den einen um Mitternacht der Sektkorken knallt, klingelt bei anderen das Diensthandy. Nicht alle Springer haben an Silvester frei – für sie fällt die Party deshalb aus. Ob Polizisten, Ärzte oder Pastoren. Wir haben mit einigen von ihnen darüber gesprochen, wie sie die Silvesternacht verbringen.

Wenns es an Neujahr oder Silvester brennt, rücken, wie hier Anfang 2017 in Springe, Feuerwehr, Notarzt und Brandermittler der Polizei aus. Trotz des Feiertages. ARCHIVFOTO: MISCHER

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ralf t. mischer und saskia helmbrecht

SPRINGE. Während bei den einen um Mitternacht der Sektkorken knallt, klingelt bei anderen das Diensthandy. Nicht alle Springer haben an Silvester frei – für sie fällt die große Party deshalb meist aus. Ob Polizisten, Ärzte oder Pastoren. Wir haben mit einigen von ihnen darüber gesprochen, wie sie die Silvesternacht verbringen.


Polizei: Bei der Polizei kommt es an Silvester immer wieder zu zahlreichen Einsätzen. Erstaunlich: Einige Mitarbeiter meldeten sich freiwillig für den Nachtdienst, sagt Ramon Magjuni von der Springer Dienststelle. „Viele Kollegen entscheiden sich bewusst für den Dienst, weil er besonders abwechslungsreich ist.“ Schon vor Mitternacht treffen die Beamten auf die ersten Feiernden, die bereits das eine oder andere Bier zu viel getrunken haben. „Uns erreichen dann auch zahlreiche Anrufe, dass draußen geböllert wird.“

Auch Beschwerden zur Ruhestörung seien auch keine Seltenheit – auch wenn es der 31. Dezember ist. „Manches können wir auch nur belächeln, wir werden nicht immer tätig.“ Heißt: Die Polizei wird nicht jede Party unterbinden. Das Böllern behalten die Einsatzkräfte aber genau im Auge. „Damit kein Unfug damit gemacht wird und die Knaller in den Briefkasten oder unter Fahrzeuge gelegt werden“, sagt Magjuni.

Auch bei Kindern schauen die Beamten genau hin. „Das ist ein großes Problemfeld, erst einmal müssen wir aber feststellen, wo die Böller tatsächlich herkommen. Und die Kinder können die Gefahr generell von verbotenen Knallern nicht einschätzen.“

Bis zum frühen Morgen ist die Polizei im Dauereinsatz. „Nach Mitternacht werden uns oft Streitigkeiten gemeldet, allerdings ist das in Springe nicht so schlimm wie in Großstädten.“ Haben die Beamten eine kurze Verschnaufpause, kontrollieren sie in dieser Zeit Fahrzeuge, um alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen.


Feuerwehr: Daniel Sundmacher, Sprecher der Feuerwehr Springe, hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sich vor, während und kurz nach dem Jahreswechsel der Einsatzpieper meldet und die Feuerwehrleute zu einem Brand oder Unfall alarmiert. „Letztes Jahr war das neue Jahr gerade eine Minute alt – und dann ging der Pieper los“, sagt er. Er konnte seiner Familie gerade noch ein frohes neues Jahr wünschen. Dann musste er los. Versichert aber, dass er sich selbst mittlerweile daran gewöhnt habe, dass es jederzeit ernst werden könnte und er aus dem Haus eilen muss. „Ich feiere ganz normal mit der Familie, wenn dann der Melder geht, dann ist es eben so. Und die Feier wird unterbrochen“ – zumindest für den, der zum Einsatz eilen muss.

Mit der Zeit wäre er dabei aber ruhiger geworden: „Je mehr Dienstjahre man hat, desto mehr gewöhnt man sich daran“, sagt Sundmacher. Er selbst ist immerhin seit dem Jahr 2001 aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr und konnte so etwas wie eine Bereitsschaftsroutine entwickeln. Sundmacher ergänzt: „Wir helfen gern – aber es ist auch nicht so, dass wir an einem Tag wie Silvester auf die Einsätze warten.“


Deutsche Rote Kreuz: Auch beim DRK auf der Rettungswache in Springe herrscht an Silvester Betrieb. Vier Mitarbeiter sind dann in zwei Rettungswagen im Einsatz. „Der Dienst an Silvester ist von Jahr zu Jahr anders“, sagt Steffen Tegtmeier, Betriebsleiter der Rettungswache und Notsanitäter. Sechs Mal hat er bereits an Silvester gearbeitet und auch in diesem Jahr ist er wieder im Stadtgebiet unterwegs. „Wir werden etwa gerufen, wenn Knaller einen Dachbrand verursachen“, weiß Tegtmeier.

Der Dienst beginnt für ihn und seine Kollegen um 19 Uhr. „Dann setzen wir uns auch in der Wache zusammen und machen Raclette.“ Die besondere Herausforderung: „Ruhe bewahren und die ausgelassene Stimmung akzeptieren.“ Generell wären es aber schon mehr Einsätze an den Feiertagen, bilanziert der Betriebsleiter.



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