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Heiligabend bei der Polizei am Burghof

Dienst ist Dienst und Fest ist Fest

Springe. Auch heute wird sie hinter dem Empfang sitzen, am Telefon. Während anderswo schon die erste Familienmahlzeit aufgetischt wird, viele Springer sich für die Bescherung warmlaufen, haben Christine Zeitz und ihre Kollegen Dienst. Wie jeden Tag, rund um die Uhr. Pausen gibt es nicht im Polizeikommissariat am Burghof. Auch nicht an Weihnachten.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Menschen, die über die Feiertage arbeiten müssen, gibt es einige. Im Krankenhaus, in der Rettungswache. Und auch hier, bei der Polizei, kreuzen sich mitunter die Wege derer, die arbeiten und derer, die gleichzeitig feiern. Eine Statistik gibt es nicht – aber Polizeioberkommissarin Zeitz hat schon den Eindruck, dass die Beamten rund um Weihnachten öfter zu Familienstreitigkeiten gerufen werden: „Viele sitzen eng zusammen, die sich sonst kaum sehen. Da kann das vorkommen.“ Ansonsten gibt es viel Routine – abgesehen vom seltenen Weihnachtsbaumbrand.

Eine Kollegin kommt dazu, erinnert sich an ein Weihnachtserlebnis, das sie bis heute nicht loslässt: der Autounfall einer Familie, bei der an Heiligabend die Mutter stirbt, Vater und Kind im Krankenhaus sind. Die Bitte des Mannes an die Polizisten, aus dem Unfallwagen noch ein Plüschtier für das Kind zu holen.

Es wird kurz still am Empfang des Kommissariats – die unausgesprochene Hoffnung liegt in der Luft, dass an diesem Weihnachtsfest alles gut ist, alles ruhig bleibt.

Im Eingangsbereich der Wache steht ein geschmückter Tannenbaum. Eine der wenigen Erinnerungen daran, dass hier an diesem Wochenende zwar gearbeitet wird wie immer – aber eben nur fast: „Wir versuchen schon, es uns hier weihnachtlich zu machen“, sagt Zeitz. Vielleicht bringt ein Kollege Kuchen mit, ein anderer Kekse. Kerzenschein ist auch erlaubt – im Gegensatz zu Alkohol. Der Glühwein ist im Dienst natürlich tabu, das Glas Sekt eine Woche später am Silvesterabend auch.

Zeitz‘ Dienst dauert heute nur bis zum Nachmittag, dann kann sie noch mit der Familie feiern. Das war nicht in jedem Jahr so – schließlich muss auch immer einer abends arbeiten, spät in die Heilige Nacht hinein. „Aber das bringt der Beruf eben mit sich, und das weiß man auch, wenn man sich darauf einlässt“, sagt die Oberkommissarin. Pausen gibt es eben nicht bei der Polizei. Auch nicht in Springe.



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