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Dieb klaut Exponate aus dem Museum

SPRINGE. Erst war es nur eine Lampe, die abmontiert wurde. Jetzt fehlen nicht nur ein Nudelholz und ein historischer Büstenhalter, sondern auch ein großes Tuch: Seit fünf Wochen werden in der Küchenabteilung im Museum auf dem Burghof mehrere Ausstellungsstücke geklaut.

„Wir kennen unsere Exponate und haben einen Überblick darüber, was fehlt“, ärgert sich Museums-Chefin Heidi Dopheide. Foto: Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Soll ich jetzt etwa alles hinter Glasvitrinen verschließen?“, ärgert sich Museums-Chefin Heidi Dopheide.

Die Einrichtung auf dem Burghof solle ein Museum zum Anfassen bleiben, ist Dopheide überzeugt. Nur kann es das nicht bleiben, wenn Diebe ihr Unwesen im Museum treiben und verschiedene Exponate stehlen. „Ich bin tot traurig und super sauer.“ Dopheide überlegt nun, Kameras in den Abteilungen zu installieren. Rucksäcke dürften ohnehin nicht mehr in die obere Etage mitgenommen werden. „Wir werden da sicher Maßnahmen ergreifen müssen.“ Möglicherweise müssten die Abteilungen eben mit Seilen abgesperrt werden – ob das den Dieb aber wirklich abhält, sei fraglich.

Unklar ist auch, wie die Diebe die Exponate unbemerkt aus dem Museum schaffen konnten. Gerade bei dem jüngsten Vorfall, als ein großes Tuch mit einer stabileren Platte geklaut wurde, stellt sich genau diese Frage. „Anderen wird damit verwehrt, sich die Ausstellungsstücke anzusehen, wenn es sich um einen Sammler handelt, kann er oder sie uns doch einfach fragen, wo man das herbekommt, wir stehen für Auskünfte gerne zur Verfügung.“ Mit Spaß habe das nichts mehr zu tun. Im Gegenteil. Das Tuch etwa habe Dopheide selbst zum Geburtstag von ihrer Tochter geschenkt bekommen – und statt es zu Hause zu lassen, wollte sie es lieber der Öffentlichkeit präsentieren und eben kein nicht so gut erhaltenes Stück für die Besucher aufhängen. „Ich bin unfassbar traurig darüber, es sind Dinge, die wir privat zur Verfügung stellen, man kann doch nicht immer alles haben.“ Bedeute das jetzt im Umkehrschluss, dass das Museum nur noch schlecht erhaltene Exponate ausstellen kann? „Gier frisst Hirn, heißt es ja.“ Eine Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei hat Dopheide noch nicht erstattet. Sie glaubt, dass die Anzeige kaum Aussicht auf Erfolg haben würde.

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