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Die Stadt legt Konzept für Kita-Betreuung vor

SPRINGE. Runde Tische, Ratsbeschlüsse, Elternproteste, Zahlenspiele – Stadt und Politik haben in den vergangenen Monaten und Jahren viel und oft an der Kita-Landschaft herumgeschraubt, geplant, umgesetzt, verworfen. Heute legt die Verwaltung der Politik eine mögliche Marschrichtung für die kommenden Jahre vor:

Blick in die Räume der Roten Schule – Springes einziger städtisch betriebener Kindertagesstätte. FOTO: MISCHER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Das Konzept umfasst einen Neubau, zusätzliche Plätze – und würde eine ganze Menge Geld kosten, wenn es so umgesetzt wird.

Für ihre Planungen unterteilen die Fachleute das Stadtgebiet in sogenannte Sozialräume: Gebiete, in denen einzelne Ortsteile in Sachen Kinderbetreuung auf dem Papier zusammengefasst werden.

Am dringlichsten ist demnach die Lage in Völksen und Alvesrode: Dort stehen nur 15 Krippenplätze zur Verfügung – dabei kommen pro Jahr 35 bis 40 neu geborene Kinder dazu. Auch die Kita-Zeiten reichen nicht. Der Ortsrat hatte in einem Antrag schon Alarm geschlagen.

Viele Eltern weichen bislang in andere Ortsteile aus. Auch deshalb setzt Fachbereichschef Clemens Gebauer auf Entzerrung. Die Idee: Wer künftig in Völksen einen Platz bekommt, macht woanders einen frei – und senkt dort den Bedarf und somit die Notwendigkeit einer Erweiterung.

Konkret soll die bestehende Krippe der Kirchengemeinde um 15 auf 30 Plätze erweitert werden – und in einem Neubau könnten weitere 30 Kinder Platz finden. „Dafür müssten wir natürlich Geld in die Hand nehmen“, sagt Gebauer.

In Eldagsen und Umgebung sieht der Fachmann die Lage entspannter: Hier will man vor allem von momentan durch auswärtige Kinder belegten Plätzen profitieren – und steigenden Bedarf durch mögliche zusätzliche Baugebiete im Auge behalten.

Kompliziert ist die Lage dagegen im Sozialraum Bennigsen/Lüdersen/Gestorf. Für Kinder unter drei Jahren gibt es 21 Plätze in Gestorf und Bennigsen – dabei kommen auch hier 45 Mädchen und Jungen pro Jahr zur Welt. Weil auch hier Erweiterungen nicht ohne weiteres möglich seien, hat die Stadt die Peter-Härtling-Schule ins Auge gefasst: Dort stehen in Sachen Inklusion und Umbau der benachbarten Grundschule ohnehin Veränderungen an. Wenn das Gebäude in einigen Jahren nicht mehr gebraucht wird, könnte aus Sicht der Verwaltung eine perspektivische Lösung zur Ergänzung der Kitas im Ort sein.

Für Springe und Altenhagen I verzeichnet Gebauer 90 Krippenplätze. Das reicht aus seiner Sicht mittelfristig: Erst wenn der Bedarf noch einmal deutlich steigt, müsse man über weitere Schritte nachdenken. Unter dem Strich hat Gebauer stadtweit 170 Krippenplätze (U 3) gezählt – bei 460 Kindern zwischen einem und drei Jahren. Zwar braucht nicht jedes Kind diese Betreuung – aber der Bedarf steigt. Bevor die Stadt handelt, muss heute die Politik ran: „Wir brauchen jetzt eine politische Begleitung“, sagt Fachbereichschef Clemens Gebauer – einen Segen für den vorgeschlagenen Weg.

Heute soll der Sozialausschuss grünes Licht geben, morgen der Verwaltungsausschuss: „Dann können wir damit auf die Reise gehen, Geld für 2018 einplanen und weitere Gespräche führen.“ Es gehe dann darum, wie die Pläne umgesetzt werden können: Welche Grundstücke brauchen die Planer, wie können die neuen Angebote räumlich aussehen? In Völksen sei es kaum möglich, die bestehende Krippe baulich zu erweitern.

Der Sozialausschuss trifft sich heute um 18 Uhr in der Mensa des Otto-Hahn-Gymnasiums.

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