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Die schönsten Osterfeuer der Stadt

SPRINGE/VÖLKSEN/ELDAGSEN/BENNIGSEN. Überall brannten am Wochenende die Osterfeuer – und die Kernstadt und die Ortsteile buhlten um Besucher. Welches war das schönste Feuer in der ganzen Stadt?

In Springe (oben), und Eldagsen (links) ist viel los bei den Osterfeuern. FOTOS: SZABO/ KRAUSE

Das mit Abstand schnellste Osterfeuer, das es in der Kernstadt jemals gegeben hat, brannte jedenfalls am Hallenbad. Darin waren sich der Ortsrat als Veranstalter und auch die Besucher einig. Befürchtungen oder Hoffnungen, das Osterfeuer 2020 finde wieder, wie früher, unterhalb des Deisters statt – wegen des eventuellen Baus einer Kindertagesstätte auf dem Gelände neben dem Hallenbad – erteilte Claudia Starke vom Springer Ortsrat eine Absage. „Vorerst ist noch nichts beschlossen“, war ihre Antwort und sie zeigte sich an diesem Abend sehr zufrieden: Wolkenloser Himmel und fast sommerliche Temperaturen, dazu Getränke und Gegrilltes, gepaart mit zünftigen Melodien des Musikzuges der Ortsfeuerwehr, das lockte die Massen am frühen Sonnabendabend auf das Osterfeuergelände.

Pünktlich um 19.30 Uhr zündete Starke mit Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrichs das Osterfeuer an. Wegen der vielen zu erwartenden Kinder hatte man den Veranstaltungsablauf bewusst etwas nach vorn verlegt und sah sich mit dem Besucherandrang bestätigt. Bereits ab 18 Uhr drängten sich Bratwurstfans am Grillstand. Zur Abkühlung gab es Kaltgetränke mit und ohne Alkohol. Der Musikzug hatte sich vor dem Eingang der Minigolfanlage aufgestellt. Mit ihrem frischen Melodienreigen sahen sich die Besucher bis zum Anzünden des Osterfeuers gut unterhalten. Doch die Schnelligkeit, mit der sich die Flammen nach dem Anzünden durchs Dickicht des aufgetürmten Haufens fraßen, erstaunte nicht nur den Ortsrat. „Das angelieferte Material, viele dünne Äste und Grünes, war knochentrocken“, so Starke, die sich ehrenamtlich mit Ortsbürgermeister Friedrich um das Osterfeuer kümmerte. Die damit verbundene enorme Hitzeausstrahlung sorgte für einen gebührenden, fast 20 Meter großen Abstand rund ums Feuer. Selbst oben auf dem gepflasterten Weg war die Hitze noch zu spüren. Ein Landwirt schob mit seinem Traktor mit Ladeschaufel den Feuerhaufen mehrmals in sich zusammen. Die Wärme des Feuers war erträglich geworden, Kinder eroberten das Terrain, sammelten kleine Baumstämme und Äste auf dem umliegenden Gelände und warfen es in die Flammen.

Qualm stieg in die Luft, die Wangen glühten rot von der Wärme der Flammen: In Völksen erstrahlte das Osterfeuer in seiner vollen Pracht. Beim perfekten Wetter versammelten sich die Menschen zu Hunderten um die riesige Feuerstelle, um den Frühling einzuläuten.

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Ein Problem gab es aber doch noch: Weil das diesjährige Osterfest später stattfand, stand die Sonne zum geplanten Zeitpunkt noch viel zu hoch. „Wir müssen noch etwas warten. Es ist viel zu hell“, sagte Völksens Ortsbrandmeister Alexander Klockemann. Und auch in Eldagsen hieß es, dass das Osterfeuer erst bei Dämmerung angezündet werde – oder viel mehr beim Sonnenuntergang. Und dieser ließ am Sonnabend bis kurz vor 20 Uhr auf sich warten.

Der guten Stimmung tat das Warten keinen Abbruch. Im Gegenteil. Auf dem Festplatz in Völksen herrschte beinahe eine Festival-Atmosphäre. Für musikalische Unterhaltung sorge der Musikverein Völksen und für die kleinen Besucher wurde ein kleiner Heu-Anhänger aufgestellt. Für alle anderen bot das Osterfeuer eine willkommene Gelegenheit, mit Freunden und Bekannten ein Bier zu trinken und nach Herzenslust zu schlemmen: Die beliebten Feuerburger mit Kasseler und Sauerkraut, Fischbrötchen, Pommes oder eine Bratwurst auf die Hand – verhungern musste auf dem Festplatz niemand.

Knisternde Stimmung herrschte auch in Eldagsen. An der Feuerwache richtete die Feuerwehr mit dem Ortsrat das Osterfeuer-Fest aus. Für musikalische Unterhaltung sorgte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Wer jedoch die lodernden Flammen aus direkter Nähe bewundern wollte, musste etwa 300 Meter zum umzäunten Brennplatz in der Feldmark spazieren.

Wo loderten die Flammen am höchsten? Das Thema sorgte für Diskussionen und einen ordentlichen Schuss Lokalpatriotismus. „In Eldagsen“, behaupteten die Eldagser. Auch, dass hier die beste Stimmung herrsche, waren sich alle einig. Anders sahen es die Besucher in Völksen, demnach sei dort das schönste Osterfeuer zu finden.

Auf dem Festplatz in Bennigsen war im hinteren Bereich das Osterfeuer aufgeschichtet. Auf dem Platz waren ein Getränkewagen, eine imposante Verpflegungsmeile für Gegrilltes und Frittiertes und mehrere Sitzgruppen aufgebaut. Auch an die Kinder war gedacht. In einem Strohhaufen versteckten Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schokoladeneier und gaben den Startschuss, nach versteckten Leckereien im Stroh zu suchen. Mit Freude stürzten sich die Kinder ins weiche Stroh und jubelten, wenn sie eines der Schokoladeneier gefunden hatten.

Gegen 18.45 Uhr war Bewegung am riesigen Haufen von Ästen, Zweigen und Tannenbäumen zu sehen. Zugführer Christian Rokahr entzündete mit einem Kameraden mithilfe eines Gasbrenners den Haufen. Nach kurzer Zeit brannte das Feuer lichterloh. Offensichtlich war das Holz sehr trocken und der Wind tat seinen Teil dazu, dass die Flammen angefacht wurden. Ortsratsmitglied Volker Gniesmer hatte am Vormittag einige Anhängerladungen mit Grünschnitt auf den Festplatz gebracht, die von den Flammen gefressen wurden. Die Feuerwehr darf das Material für das Osterfeuer nämlich nicht mehr abholen – aus rechtlichen Gründen. rkr/sza/hov



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