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Die Platanen verlieren derzeit fast ihre gesamte Rinde

SPRINGE. Sie stehen mittlerweile ein wenig nackig da: Die Platanen im Stadtgebiet haben in den vergangenen Tagen großflächig ihre Rinde abgeworfen.

Sieht schlimmer aus, als es ist: Das Abblättern der Rinde ist bei Platanen normal. Eigentlich lösen sich aber nur kleine Stückchen ab. Für die Bäume – wie dieses Exemplar an der Jägerallee – ist der Verlust dennoch unschädlich. Foto: Scheffler
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Dass das in so deutlicher Form wie in diesem Jahr passiert, habe ich noch nicht gesehen“, sagt Stadtförster Bernd Gallas. Sorgen, die Bäume seien krank, seien aber unbegründet.

Das „Häuten“ wird nicht von Schädlingen, Pilzen oder Bakterien ausgelöst, versichert Gallas: „Das ist bei Platanen eigentlich normal.“ Eigentlich, weil der Abwurf in diesem Sommer eben doch nicht ganz normal ist. Die Platanen wachsen derzeit unnatürlich schnell, nachdem das Frühjahr nass war und dann die Temperaturen stark nach oben gingen. Dadurch legen die Platanen massiv an Umfang zu. Das geschieht so schnell, dass die Rinde nicht mitkommt – sie wird abgesprengt. Was der Laie nicht sehen kann: Unter der abgeplatzten Borke befindet sich bereits ein neuer Schutzmantel.

Bedenklich werde es erst, wenn die gesamte Rinde abbröckelt und das Innere des Baumes an die Oberfläche kommt. Bei feuchter Witterung würde das Holz dann zu faulen beginnen.

Platanen gibt es überall im Stadtgebiet, unter anderem an der Jägerallee und der Fünfhausenstraße, am Job-Center. Im Wald kommt die Art dagegen kaum vor, „wir reden von einem Park- und Alleebaum“, sagt Gallas. Nach Deutschland kamen die ersten Exemplare Mitte des 18. Jahrhunderts über England und Frankreich. Wann die erste Platane in der Deisterstadt gepflanzt wurde, ist nicht überliefert.

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Die Birken im Stadtforst beginnen damit, ihre Blätter zu verfärben: „Sie sind sehr wasserbedürftig und kommen mit der lang anhaltenden Trockenheit nicht gut zurecht“, klärt Stadtförster Bernd Gallas auf.

Die Buchen und Eichen würden den Wassermangel deutlich besser wegstecken. In den Nadelholzbeständen wächst die Angst vor einem Borkenkäferbefall. Gallas: „Die Tiere mögen Wärme und Trockenheit. Sie finden gerade hervorragende Bedingungen vor.“

Mit Sorgenfalten beobachtet Gallas das fortschreitende Eschentriebsterben. Die Esche macht zehn Prozent des Bestandes im Stadtwald aus. Noch, denn: Fast alle Bäume der Gattung sind bereits von dem Pilz befallen. „Nach der Ulme verlieren wir damit in absehbarer Zeit wieder einen ganz wichtigen Bestandteil unseres Biotops“, bedauert Gallas.mari

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