weather-image
18°
Region und Bahn testen Rampen in S5

Die Lücke überbrücken

SPRINGE. Eine Fahrt mit der Bahn ist für Menschen mit einer Behinderung häufig keine Tour – sondern eher eine Tortour. Das soll sich aber ändern, denn die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit der Region eine Testphase für die S 5, die über Springe fährt, gestartet. Sie wollen herausfinden, ob die sogenannten Überfahrrampen die Lösung für viele Probleme sind.

270_0900_29418_bahn.jpg

Autor:

von jennifer minke-beil

Bisher sind die S-Bahnen zwar mit einem sogenannten eingebauten „Spaltüberbrücker“ ausgestattet und gelten als behindertenfreundlich. In der Realität sieht das jedoch anders aus: Zwischen Bahnsteig und Zug bleibt trotz des Spaltüberbrückers eine Kluft von 15 Zentimetern bestehen und erschwert damit auch Springer Bahnfahrern das Einsteigen am Bahnhof. „Die 15 Zentimeter klingen erst einmal nicht viel. Aber sie machen sich eben deutlich bemerkbar und machen das Einsteigen je nach Schwere der Behinderung unmöglich“, sagt Klaus Abelmann, Pressesprecher der Region.

Für solche Fälle seien die mobilen Überfahrtrampen gedacht. Diese wurden seit Mitte Juni in 15 der 68 vorhandenen Fahrzeugen der S-Bahn Hannover eingesetzt. Die Rampen sollen das Einsteigen für mobilitätseingeschränkte Reisende konfortabler machen und erleichtern, teilt die Bahn mit. Und da der Einbau durch die Region finanziert werden soll, will die nun wissen, ob die Rampen auch ihren Zweck erfüllen, und hat die Testphase gefordert. Die Kosten liegen für die Umrüstung aller 68 Wagen laut Klaus Abelmann bei rund 275 000 Euro.

Man wolle aber keine schnelle Entscheidung treffen und noch den Winter abwarten. Erst dann wollen sich die Vertreter der Region und der DB Regio zusammensetzen und entscheiden, ob die Fahrzeuge des Zugtyps 424 nachgerüstet werden.

„Die Überfahrrampen werden im Bedarfsfall vom Triebfahrzeugführer ausgelegt“, erläutert Sabine Brunkhorst, Sprecherin der Deutschen Bahn. „Die Ausrüstung erfolgt zunächst nur bei einem Wagen der Fahrzeugflotte, um die praktische Handhabung und Inanspruchnahme zu testen.“ Wichtig sei der Bahn dabei, dass die Betriebsabläufe so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare