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Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat beantragen Schließung von St. Hedwig

Die letzte Messe

Völksen. Das war’s endgültig für die St.-Hedwigskapelle in Völksen: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat haben beim Bistum die Schließung zum nächstmöglichen Zeitpunkt beantragt. Ab sofort gibt es keine Gottesdienste mehr. Etwas kurios wirkt allerdings die Reaktion aus Hildesheim – dort bittet man die katholische Gemeinde in Springe um Geduld.

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Autor:

Markus Richter

Schon vor fünf Jahren hatte der Diözesanbischof Norbert Trelle die undankbare Aufgabe, das kleine Gotteshaus in die Kategorie „C2“ zu klassifizieren – für die Seelsorge nicht unentbehrlich. „Wir müssen Entscheidungen treffen – in Verantwortung für die Zukunft“, sagte das Kirchenoberhaupt dann bei seinem Besuch vor einem Jahr. Immer wieder hatte es Rettungsversuche gegeben, immer wieder scheiterte das Engagement einzelner Gläubiger an der Realisierung. Einer, der bis zuletzt für den Erhalt der Kapelle gekämpft hatte, ist Kirchenvorstand Frank Unger, der auch im Pfarrgemeinderat sitzt. Dass diese Gremien ihn letztlich mit großer Mehrheit überstimmt haben, macht Unger traurig. Der Antrag auf die sogenannte Profanierung sei überraschend bei der jüngsten Sitzung eingebracht worden, berichtet Unger auf NDZ-Anfrage. Argumentiert wurde mit der defekten Heizung. Unger sagt jedoch, verglichen mit den anderen Häusern der Gemeinde, seien die Kosten für eine Reparatur „nicht so weltbewegend“.

Adolf Pohner, Domkapitular des Bistums Hildesheim, bestätigte gestern den Erhalt des Antrags. In seiner Antwort steht das, worauf er schon im April 2010 hingewiesen habe: Der Bischof komme nur nach Völksen, um das Haus zu entweihen, wenn ein Nachnutzungskonzept stehe. „Wir bitten um Geduld.“ Bis zum Jahresende sollen eigene Immobilien- und Finanzleute des Bistums ein entsprechendes Gutachten fertigen. Pohner sagt: „Bevor keine Idee besteht, wird das Bistum die Kirche nicht profanieren.“

Eine Aussage, die wiederum Unger aufregt. Es werde schließlich auch nicht kostenlos sein, das Haus leerstehen zu lassen, wenn es nicht verkommen soll. Seit drei Jahren ist der jährliche Zuschuss auf 1000 Euro im Jahr heruntergefahren. An den Wochenenden gibt es inzwischen keine Messe mehr, auch der Werktagsgottesdienst am Dienstag ist jetzt gestrichen. Fraglich, ob die Kapelle noch einmal zur Reihe „Heilige Nächte“ öffnet – im Programmheft taucht sie auf.

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