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Die Kerzenkleber: Kinder basteln zur Osterzeit

SPRINGE. Traditionell wird am Sonnabend vor dem Palmsonntag in Christ-König gebastelt: Mit Wachs und Papier und viel Herz entstehen Osterkerzen für die Karwoche. Gefertigt von jungen Gemeindemitgliedern. Wir haben ihnen dabei über die Schulter geschaut.

Christoph Straeter leitet die Kinder beim Basteln an. Da ist eine ruhige Hand gefragt: Das Ausschneiden der Motive ist nicht leicht. FOTOS: SZABO

Autor:

PATRICIA SZABO

Christoph Straeter führt durch den Raum in dem elf Kinder und Jugendliche konzentriert an den Tischen sitzen und mit farbigen, aus Wachsplatten ausgeschnittenen Symbolen, ihre eigene Kerzen verzieren.

Die Osterkerze ist für viele Christen ein wichtiges Symbol, welches in übertragener Bedeutung für das Leben steht. Die Flamme versinnbildlicht die Auferstehung und das „Licht der Hoffnung“. Oft werden die Kerzen mit weiteren Symbolen verziert. Straeter erläutert einige: Die Taube etwa ist ein Hinweis auf den Heiligen Geist. Trauben und Ähren weisen auf die Passion Christi hin. Sie „symbolisieren auch das Abendmahl mit Wein und Brot“, erklärt Straeter.

Der Fisch spielte insbesondere in den Anfängen des Christentums eine wichtige Rolle und diente als Erkennungszeichen früher Christen. Auch ist er ein Hinweis auf das Abendmahl. Das Kreuz – zu Ostern meist mit fünf Punkten, den Stigmata bestückt, soll an das Leiden Jesu erinnern.

Die Kerzen basteln die Kinder für sich oder als Geschenk. Joschua gestaltet nicht nur eine, sondern gleich zwei. Verschenken möchte er keine: „Alle beide sind für mich, aber ich werde sie in die Küche stellen“, sagt er resolut.

Vorsichtig hantieren die Kinder mit den scharfen Messern und kleben die Wachsplatten behutsam auf die Kerzen. „Man muss ganz dolle drauf drücken, sonst fällt es ab“, sagt die neunjährige Franziska und erklärt die fachgerechte Gestaltung.

Die Motive und Symbole werden aus Papier ausgeschnitten. Die so entstandene Schablone wird auf eine Wachsplatte gelegt. Um den Tisch nicht zu beschädigen, ist eine Unterlage empfehlenswert. Anschließend werden die Wachsplatten mit einem kleinen scharfen Messer oder einem Bastelskalpell um die Schablone herum ausgeschnitten. Ist das Motiv fertig, wird es vorsichtig aus der Wachsplatte gelöst und an der gewünschten Stelle auf der Kerze angebracht. Warme Hände sind bei der Gestaltung hilfreich, damit das Wachsmotiv geschmeidig wird und leichter an der Kerze klebt.

Den Raum erfüllt eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Die Gestaltung hat etwas Meditatives. Die Besonnenheit überträgt sich auf die gesamte Gruppe. Jede Kerze sieht anders aus, einige Werke ertrinken regelrecht in der Fülle unterschiedlicher Symbole. Stets begleitet von der Frage: „Was kann ich noch drauf machen?“

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