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Die Joghurtfrage

Wie die Organisatoren des neuen Dorfladens für den Tag der Eröffnung planen

Altenhagen I. Natürlich kann man auch über Joghurt reden, ausführlich sogar. Vor allem, wenn der Joghurt nicht nur ein Milchprodukt ist, sondern ein Symbol für das, was man gerne machen will. Und manchmal trotzdem einfach nicht kann. Im künftigen Dorfladen in Altenhagen I wird nicht nur im großen Stil umgebaut. Die Macher feilen auch an ihrer Vision, an ihrer Rolle, die sie künftig im Ort einnehmen möchten.

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Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

„Mit Terminen“, sagt Mitorganisator Andreas Baenisch, „ist es ja immer so eine Sache.“ Gerade, wenn ein Projekt wie der Dorfladen von Ehrenamtlichen gestemmt wird, für die das ganze Unterfangen auch eine Premiere ist. Im Oktober wollten sie eigentlich eröffnen, so steht es auch noch auf der Internetseite. Jetzt wird es wohl Dezember. Zu tun ist bis dahin in jedem Fall genug.

Zum Beispiel bei der Auswahl des Angebots: Die Arbeitsgruppe Dorfladen/ Frühstückscafé entwickelt momentan ein Konzept, in dem es auch um das sogenannte Grundsortiment geht: Was wollen die Macher ihren Kunden anbieten – und zu welchen Preisen? Aus Sicht von Baenisch und seinen Mitstreitern ist das eine schwierige Balance: Das Ziel ist, dem eigenen Grundsatz treu zu bleiben und den Schwerpunkt auf regionale Produkte zu legen, ökologisch und nachhaltig.

„Aber wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht über zu hohe Preise nur einen Bruchteil des Dorfs als Kunden gewinnen“, sagt Baenisch. Ideen, Anregungen und die ersten Vereinbarungen gab es bei Gesprächen mit heimischen Betrieben, mit anderen Dorfladen-Machern aus der Region oder mit Vertretern von einer größeren Discounter-Kette.

Es ist für die Macher die Suche nach einem Kompromiss, der sich eben manchmal auch in Diskussionen über Joghurt ausdrückt. Zuerst hatte die Arbeitsgruppe angedacht, eine geschmackliche Vielfalt anzubieten – und eine Kombination aus Marken- und günstigeren No-Name-Produkten. Inzwischen scheint sich der Dorfladen-Weg durchzusetzen: Es würde dann nur Naturjoghurt geben, den sich jeder Kunde mit selbst gemachter Marmelade verfeinern kann, vielleicht sogar mit Vor-Ort-Verkostung.

„Wir wollen uns aber auch nicht komplett von anderen Läden abgrenzen und alles ganz anders machen“, sagt Baenisch. Konkurrenzfähig bleiben müssen sie schließlich auch: den Dorfbewohnern genug Gründe geben, vor Ort einzukaufen und nicht nach Springe zu fahren. Aber auch: den einen oder anderen auswärtigen Kunden anlocken.

Um ihnen allen den Besuch in Dorfladen und Kneipe auch optisch schmackhaft zu machen, wird in dem Gebäude an der Spiegelberger Straße schwer geschuftet: Die nicht den Bauvorschriften entsprechende Treppe haben die ehrenamtlich tätigen Handwerker abgetragen und ersetzt; außerdem laufen die Arbeiten am Estrich und an den Strom- und Abwasserleitungen. „Wenn wir damit durch sind, können wir schon klarer sehen, was der Baufortschritt für unser Eröffnungsziel bedeutet“, sagt Baenisch. Bis dahin wird es wohl auch in der Joghurt-Frage eine Lösung geben.

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