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Die Hundekot-Affäre

SPRINGE. Das Thema bewegt. Nicht nur die Anwohner rund um die Tivolistraße ärgern sich über vermehrte Hundekot-Haufen. Nein. Im gesamten Springer Stadtgebiet sorgen die stinkenden Tretminen für Aufsehen.

1956 Hunde sind in Springe gemeldet. FOTO: A.S. / pixelio.de

Autor:

Sandra Hermes und Ralf T. Mischer

Hintergrund: Hans-Jürgen Gericke macht mit einer ungewöhnlichen Methode auf die kleinen Stinkbomben aufmerksam – er steckt kurzerhand Fahnen in jedes Häufchen, das er entdeckt.

„Endlich kommt das Thema mal auf den Tisch“, schreibt eine Leserin auf der Facebook-Seite der Neuen Deister-Zeitung. Nicht nur in Springe seien die Hinterlassenschaften von Hunden ein Problem. „In Völksen hat sich die Situation mit dem Hundekot auf dem Weg zur Schule, zum Kindergarten und zur Krippe noch verschlimmert. Jeden Morgen und Mittag ist es ein wahrer Hürdenlauf für Eltern und Kinder“, schreibt sie weiter. Ihr Sohn sei schon gestolpert und der Länge nach in einen Kothaufen gefallen.

Andere User hinterfragen den Nutzen der Hundesteuer. „Mich würde mal brennend interessieren, was mit den Einnahmen aus der Hundesteuer passiert“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Beutel und Eimer anzubringen, koste ja nicht die Welt. Mit dieser Meinung steht sie auf Facebook nicht allein da. „Was ist mit der Stadt? Sie bekommt fast 200 000 Euro Hundesteuer pro Jahr und was macht sie? Nichts. Es gibt weder Beutel noch Mülleimer“, schreibt eine weitere Leserin.

Im Gespräch mit der NDZ stellt Bürgermeister Christian Springfeld klar, dass die Hundesteuer an keinen Zweck gebunden ist. „Wer so argumentiert, könnte ja auch sagen, dass er an einer roten Ampel nicht halten muss, weil er KFZ-Steuer zahlt.“ Für Springfeld steht außer Frage, dass die Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen müssen, immer und überall. „Beim Gassigehen so eine Rolle Tütchen dabeizuhaben, das sollte jeder Mensch hinkriegen“, meint er. Und weist darauf hin, dass das Nichtwegmachen der Häufchen eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Und die kann sogar mit Bußgeld im vierstelligen Bereich geahndet werden, weiß Ordnungsamtsleiter Werner Mosch – zumindest theoretisch. Praktisch müsste dazu erst einmal Anzeige erstattet werden. Zudem bräuchte es Zeugen und Beweise, um das volle Strafmaß anzusetzen. Das komme in der Praxis aber so gut wie nicht vor.

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