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Die Gestorfer sollen wieder mit Bargeld versorgt werden

GESTORF. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis der Sozialverband eine Lösung gefunden hat, um die Gestorfer mit Bargeld zu versorgen. In wenigen Tagen können die Bewohner im Dorfladen von Lutz Ahlers Geld abheben, sagt Ernst Rasche vom Sozialverband.

Hier gibt’s Geld: Marion Hahnenburg reicht im Frischmarkt einen 20-Euro-Schein über die Theke. FOTO: MISCHER
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Dank „Easy Cash“ können die Kunden von Ahlers im Frischmarkt ab einem Einkaufswert von 10 Euro bis zu 200 Euro von ihrem Konto abheben, wenn sie mit ihrer EC-Karte zahlen. „Zuvor lag die Grenze bei 20 Euro und das wollte ich meinen Kunden nicht zumuten, da hier im Durchschnitt für 8 Euro eingekauft wird“, sagt Ahlers, der in seinem Geschäft auch die Aufgaben der Post übernommen hat und Fahrkarten verkauft.

Bereits im Mai 2017 hatte die Volksbank ihre Filiale in Gestorf geschlossen. Die Kunden mussten nach Bennigsen ausweichen. „Allerdings war dort der Automat häufig kaputt oder das Geld war aus, da ist das Ende des Glaubens an einen Dienstleister auch erreicht“, weiß Ahlers. So mussten die Kunden sogar bis nach Pattensen mit dem Bus fahren.

Monatelang hatten die Mitglieder des Sozialverbandes händeringend nach einer Lösung gesucht. Ursprünglich sollte es auf eine mobile Filiale auf Rädern hinauslaufen, für die sich auch Ortsbürgermeister Eberhard Brezski (SPD) einsetzte.

Diese Option schlossen die Bankvertreter aber von vorneherein aus. Der Service sei zu teuer und demnach nicht wirtschaftlich, hieß es im Oktober 2017 während einer öffentlichen Diskussion mit Vertretern der Sparkasse und der Volksbank, zu der der Sozialverband eingeladen hatte. „Es war schon eine zähe Sache“, kritisiert Rasche. Dabei häuften sich die Beschwerden der Gestorfer, die dringend Geld benötigten, aber nicht mehr mobil sind. Und so bot Ahlers an, gemeinsam mit der Ortsgruppe verschiedene Möglichkeiten zu prüfen.

„Ich sagte, dass ich bereit wäre, etwas zu machen, wenn auch die Volksbank etwas macht“, so Ahlers. Genau da begann offenbar die Hängepartie. Gemeinsam mit Vertretern der Volksbank habe Ahlers ein Jahr lang „Wege ausgelotet“, passiert sei aber anfänglich wenig, eine Lösung zeichnete sich zunächst nicht ab.

„Die Volksbank hat technisch keine vernünftigen Möglichkeiten geboten. Und gefühlt war es erst auch nicht in deren Interesse.“ Dafür hat sich die Bank aber nun um die Installation des neuen Programms gekümmert, sagt Ahlers. Ursprünglich sollte der Service sogar schon vor Weihnachten starten, aber die Technik machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. „Wir müssen die Verbindung jetzt über W-Lan laufen lassen, und das wird noch einmal sechs bis 14 Tage dauern, schätze ich.“

Er ist sich sicher: Das Angebot werde sich in Gestorf schnell rumsprechen. Immerhin sei der Markt der letzte, soziale Treffpunkt im Ort. Rund 220 bis 250 Kunden kommen täglich in sein Geschäft. „Ein Weckruf sollte es schon sein, wie lange man das Geschäft hier noch macht . Es lebt von der Truppe hier, die die Aufgaben stemmt.“ Die Geschäfte der Post oder der Fahrkartenverkauf lohne sich finanziell kaum. „Heute sind die Älteren viel mobiler, sie fahren noch Auto, um shoppen zu gehen.“

Das zusätzliche Angebot führe aber dazu, so Rasche, dass die Gestorfer auch weiterhin im Geschäft einkaufen gehen und der Markt so erhalten bleiben könne.



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