weather-image
Statistik mit erstaunlichen Ergebnissen

Die dicken Kinder wohnen sechs Kilometer entfernt

Springe/Region (ric). Es ist ein langes Wort, hinter dem sich eine unbequeme Wahrheit verbirgt: Eine gerade veröffentlichte Krankenhausdiagnosestatistik weist nach, dass Kinder aus strukturschwachen Gegenden häufiger in Kliniken behandelt werden müssen, als wenn sie in Regionen mit günstigeren wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen aufwachsen. Springe liegt dabei als Teil der Region Hannover leicht unter dem Durchschnitt.


Glaubt man der Statistik wörtlich, dann sind die Kinder und Jugendlichen in Bad Münder deutlich stärker von Krankheiten betroffen als die Gleichaltrigen im sechs Kilometer entfernten Springe: Während landesweit im Schnitt pro Jahr 107 von 1000 Drei- bis 18-Jährigen im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind es im Kreis Hameln-Pyrmont 124 – in der Region Hannover nur 97. Auffällig: Im Nachbarlandkreis leiden die Kinder nach den Erhebungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie deutlich häufiger an Fettleibigkeit (Adipositas) und deren Folgeerscheinungen.

Maßgeblich beteiligt am Projekt war Rita Hoffmeister. Die Expertin stellte in ihrer Studie fest, dass die „Ungleichheit von Gesundheitschancen ihren Ursprung in einer sozialen Ungleichheit haben kann“ – dass sie also auch vom Einkommen der Eltern abhängig ist. Wie vital ihr Nachwuchs ist, würden Erwachsene zu einem Großteil selbst bestimmen, resultierend aus der Ernährung, dem regelmäßigen Gang zur Vorsorgeuntersuchung beim Arzt, durch Impfungen oder sportliche Aktivitäten.

Für die Statistik sind auch die Zahlen der Klinikum Region Hannover GmbH verarbeitet worden, somit auch die aus dem Krankenhaus Springe. Aus Datenschutzgründen dürften diese allerdings nicht im Einzelnen veröffentlicht werden, sagt der Landesbetrieb. Die niedrigsten Werte weisen übrigens die rund um Hamburg liegenden Landkreise Harburg (81), Lüneburg (86) und Stade (88) auf. Das passt mit den sogenannten Sozialindikatoren wie der dort niedrigen Arbeitslosenquote zusammen. Am schlechtesten schnitten demnach die Kreise Wilhelmshaven (138), Delmenhorst (137) und Holzminden (136) ab, in denen viele Menschen auf staatliche Hilfen angewiesen sind.

Schwachpunkte der Statistik: In ihr werden nicht die Besuche beim Hausarzt aufgeführt, außerdem muss niemand im Krankenhaus vor Ort behandelt werden – in der Stadt Hannover etwa gibt es die bekannte Kinderklinik auf der Bult. Und in der Landeshauptstadt liegt die Zahl kranker Kinder höher als im Umland.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt