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Straßen werden immer enger / Bei Tauwetter droht in einigen Ortsteilen Hochwasser

Die Berge türmen sich immer höher… Wohin bloß mit dem Schnee?

Springe (mf). Schnee, Schnee und immer wieder Schnee – vor den Häusern türmen sich die Berge täglich höher. Viele Springer sind inzwischen ratlos: Wohin noch mit den weißen Massen? Und vor allem: Wo soll das ganze Wasser nur bleiben, wenn all der Schnee plötzlich schmilzt?

Schneeberge türmen sich auf Springes Straßen auf. Foto: ric

„Noch sehe ich keine akute Gefahr“, sagt Fachdienstleiter Dieter Erdmann. Tief „Thilda“ soll zwar etwas mildere Temperaturen bringen, aber sich langsam einstellendes Tauwetter wäre kein Problem, gibt sich der Fachmann derzeit noch gelassen. Nur ein schlagartiger Wärmeeinbruch mit Plusgraden deutlich über dem Gefrierpunkt könnte tragische Folgen haben. „Das gilt besonders, wenn dann auch noch Regen hinzu käme und der Schnee wie ein Schwamm das Wasser aufsaugt.“

Von möglichen Überschwemmungen wäre sicherlich einmal mehr Altenhagen I betroffen, wo Hanglage und fehlende Abflüsse in den vergangenen Jahren stets dafür gesorgt hatten, dass das Oberflächenwasser sich seinen eigenen Weg bahnte – wodurch wiederholt die B 217 geflutet wurde. Und in Bennigsen und Eldagsen haben die Arbeiten beziehungsweise die Vorbereitungen für die Umstellung auf ein Abwasserkanal-Trennsystem gerade erst begonnen. Auch hier schließt Erdmann Probleme bei einer schnellen Schneeschmelze nicht aus. Alvesrode dürfte ebenso erneut betroffen sein.

Immerhin könnte Tauwetter die Situation auf den Straßen etwas entspannen. Aus Sicht Erdmanns ist die Belastungsgrenze nicht nur für viele Bürgerinnen und Bürger erreicht. Auch für die Mitarbeiter des Winterdienstes. 45 Beschäftigte versuchen im Dreischichtbetrieb, den Verkehr so gut es geht, in Bewegung zu halten. „Die kloppen Überstunden, dass es kracht und gehen langsam auf dem Zahnfleisch“, sagt Erdmann.

Ausgerechnet jetzt habe eines der vier großen Räumfahrzeuge der Stadt seinen Geist aufgegeben. „Wir hoffen, dass es mit der Reparatur schnell klappt“, so der Fachdienstleiter.

Ein anderes Problem sei, dass sich in vielen Straßen der Schnee derart türme, dass die Fahrbahn nicht geräumt werden könne. „Die parkenden Autos wandern immer mehr Richtung Straßenmitte“, berichtet Erdmann von leidvollen Erfahrungen – „mit dem Ergebnis, dass der Winterdienst nicht mehr durchkommt.“ Das gelte etwa für den Mühlenweg in der Kernstadt. Erdmann appelliert in diesem Zusammenhang an Hausbesitzer, den Schnee von den Gehwegen nicht auf die Fahrbahn zu schippen, sondern stattdessen möglichst im Vorgarten abzuladen.

Während die Straßenmeistereien in ganz Niedersachsen seit gestern Landes- und Bundesstraßen nicht mehr abstreuen (können), verfügt die Stadt Springe zumindest noch über einige Salzvorräte. Von den ursprünglich eingelagerten 400 Tonnen sei noch etwa ein Drittel vorhanden, sagt Erdmann. „Nachschub ist zudem bestellt. Wir hoffen, dass er rechtzeitig eintrifft, bevor auch uns das Salz ausgeht.“

Die eisigen Temperaturen fordern auch an anderen Stellen Opfer: Im Klärwerk sind nach Angaben Erdmanns einige Maschinen und Pumpen eingefroren. Beim sogenannten Fasswagen, mit dem regelmäßig Klärschlamm aus den Anlagen in Bennigsen und Eldagsen nach Springe transportiert wird, ist die Befüllpumpe kaputt gegangen. Das Fahrzeug ist damit derzeit nicht einsatzbereit.

Erdmann hätte somit eigentlich allen Grund, sehnsüchtig dem noch fernen Frühjahr entgegenzublicken. Wäre da nicht der bange Blick unter die dicke Schnee- und Eisschicht. „Schon der vergangene Winter war nicht von Pappe. Diesmal dürften die Schäden aber noch schlimmer werden“, fürchtet Erdmann. Dort, wo jetzt ausnahmsweise der Blick auf die Asphaltdecke freigegeben werde, seien schon die ersten kratertiefen Löcher zu sehen. Die Stadt müsse sich erneut auf eine kostspielige Sanierung der Fahrbahnen einstellen, steht für Erdmann fest.



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