weather-image
23°

Dichtheitsprüfung: Stadt will Stichproben-System einführen

SPRINGE. Stadt und Politik haben eine Entscheidung über die Abwassersatzung samt Dichtheitsprüfung erneut vertagt: Frühestens im Oktober soll der Stadtentwässerungs-Ausschuss über das Thema beraten - kurz bevor die Frist zum 31. Dezember für Nachweise abläuft.

270_0900_135521_kanal2.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Stadtentwässerungschef Erdmann verspricht, auch danach „niemanden einzusperren“. Denn die Frist wird wohl fallen, Konsequenzen drohen erst mal nicht – die Verwaltung will langfristig aber auf Kontrollen pochen.

„Stichprobenartig“ wolle man die Rohre auf Privatgrundstücken künftig überprüfen, kündigt Bürgermeister Christian Springfeld an. Das solle in der neuen Satzung festgehalten werden, damit man „keinen Papiertiger“ schaffe. Wenn im öffentlichen Kanal etwa Fremdwasser festgestellt wird, dessen Quelle feststellbar ist, würde sich die Stadt an den Grundstückseigentümer wenden. Erdmann bestätigt das: „Das bisherige Ergebnis war bei aller Freiwilligkeit bisher nicht so überragend“ - nur jeder zehnte Grundstückseigentümer habe bislang die geforderten Nachweise geliefert: „Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.“

Die CDU-Ratsfraktion hatte schon Ende 2018 einen Antrag gestellt, die 14 Jahre alte Frist zu kippen und die Regelungen der Satzung bürgerfreundlicher zu gestalten. Insbesondere sollten Standards und Prüfverfahren abhängig vom Alter der Anlage definiert werden - bis hin zu einer Art Bestandschutz für bestimmte Aspekte.

Daran, alle Wünsche und Forderungen in eine gerichtsfeste und verständliche Satzung zu packen, arbeiten Stadt und Politik seitdem. Dass die Stadtentwässerung mit zahlreichen Kanalprojekten beschäftigt ist, erhöht die Bearbeitungszeit. Einigkeit besteht darin: Korrektheit geht vor Schnelligkeit. Und: Die Kanäle müssen dicht sein. Darauf pocht die Stadt, weil nach eigenen Berechnungen gut die Hälfte des in den Kläranlagen gereinigten Wassers sogenannte Fremdeinleitungen seien: Also etwa Grund- oder Regenwasser, das durch undichte Rohre ins Netz eindringt, das System belaste und letztendlich die Kosten und Gebühren hochtreibe. Die Stadt selbst verweist auf viele Millionen Euro, die sie seit Jahren in Reparaturen investiert - auch die Grundstückseigentümer müssten ihren Teil leisten.

Man wolle auch die Wünsche der Politik prüfen, sagt Erdmann: „Wir können nichts in die Satzung schreiben, was gegen die Regeln der Technik verstößt. Aber wir können versuchen, alles mit Fingerspitzengefühl umzusetzen.“

Für Erdmann das Wichtigste: Dass sich alle betroffenen Eigentümer erst mal an die Stadt wenden, bevor sie Maßnahmen ergreifen: „Wer das allein macht, kann auf die Nase fallen.“ Jeder könne sich gratis beraten lassen - die Termine seien allerdings begehrt. Infos gibt es bei der Stadtentwässerung: 05041/ 73309 oder 73311 und www.bit.ly/dicht-springe.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt