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Dichtheitsprüfung: Das sagt die Stadt

SPRINGE. „Wir brauchen dichte Kanäle: Ich im öffentlichen und Sie im privaten Bereich“: Dieter Erdmann, Chef des Stadtentwässerungsbetriebs in Springe, hat an diesem Ziel keinen Zweifel gelassen, als er auf Einladung der FDP Springe den rund 60 Besuchern zu Fragen rund um die Dichtheitsprüfung Rede und Antwort stand.

Dieter Erdmann spricht auf Einladung der FDP über das Thema Dichtheitsprüfung. Foto: Brinkmann-Thies

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Von den rund 12 000 Haushalten im Springer Stadtgebiet haben nach Auskunft Erdmanns inzwischen etwa 750 die Dichtheitsprüfung für ihre eigenen Kanäle absolviert. Dass viele Kanäle marode seien, zeige der Eintrag von Fremdwasser. Dabei rechnete Erdmann vor, dass in Springe nur weniger als halb so viel Trinkwasser verbraucht werde, wie am Ende in den Kläranlagen lande. Dort kämen rund 3 Millionen Kubikmeter Abwasser an – 1,5 Millionen mehr als vom Wasserversorger ausgegeben werde. Dass dichte Rohre diesen Effekt verhindern, zeigten Holtensen und Boitzum, erläuterte Erdmann auf die kritische Nachfrage eines Zuhörers.

Dort sei nach der Sanierung der privaten und öffentlichen Netze der Fremdwasseranteil von 600 auf 40 Prozent gesunken. Mit positiven Auswirkungen auf die Kläranlage in Eldagsen.

Denn das zusätzliche Fremdwasser in undichten Rohren erhöhe nicht nur die Kosten der Abwasserbeseitigung und vermindere die Reinigungsleistung der Kläranlagen, es gefährde schlussendlich sogar die Betriebssicherheit. Auf die Frage von Ratsherr Matthias Lenz (FDP), wie weit denn die Stadt Springe mit der Sanierung der öffentlichen Kanäle sei, bevor sie „die Bürger in die Zange“ nehmen wolle, erklärte Erdmann: „Wir versuchen, Gas zu geben, wo man nur Gas geben kann.“ Rund 50 Kilometer öffentlicher Kanäle seien inzwischen baulich saniert. „Die sind im privaten Bereich noch nicht abgearbeitet“, so der SES-Chef. „Wenn wir der Probleme Herr werden wollen, müssen wir alle etwas tun, und ich tue etwas“, so Erdmann.

Um die vorgeschriebene Dichtheitsprüfung auf privaten Grundstücken durchzuführen, gebe es zahlreiche Unternehmen, die der Stadt ihre Sachkunde nachgewiesen haben. Eine Firmenliste habe die Stadt auf ihrer Internetseite zusammengetragen. „Denn Vorsicht vor Kanalhaien, schließen Sie keine Haustürgeschäfte ab“, warnte Erdmann.

Die Fachunternehmen prüfen mittels Wasser- oder Luftdruck, ob in der jeweiligen Leitung ein Leck ist. Bestandsanlagen müssen dabei einem hydrostatischen Wasserdruck von 0,5 Meter Wassersäule standhalten, für neue Anlagen gelte der zehnfache Wert, erklärte Erdmann. Sind die Rohre dicht, bekommen die Grundstücksbesitzer einen Nachweis darüber, der wiederum an die Stadt weitergegeben wird, die die Nachweise sammelt. Die Kosten für Dichtheitsprüfungen seien steuerlich absetzbar.

Und für Hauseigentümer, die vor 1986 eine Gebäudeversicherung abgeschlossen hätten, lohne sich der Blick in die Bedingungen. Möglicherweise werde nämlich eine Sanierung defekter Kanalrohre übernommen. Ist eine Leitung nicht dicht, muss sie repariert werden. Faktisch wird diese Pflicht von der Stadt allerdings nur insofern kontrolliert, als dass sie die Dichtheitsprüfungsnachweise sammelt und verwaltet. Eigene Dichtheitsprüfungen mache die Stadt nicht, stellte Erdmann klar. Er fühle sich von der Stadt schlecht informiert, sagte ein Hausherr, der sein Eigentum erst seit wenigen Jahren besitzt. „Die Satzung ist im Jahr 2005 beschlossen worden, ich habe davon aber nichts gewusst.“

Erdmann erwiderte: „Wir können es nur immer wieder sagen und eine Beratung anbieten.“ Die werde von den Bürgern seit zwei Jahren auch intensiv in Anspruch genommen. Unter einer Stunde Beratung verlasse in der Regel niemand das Büro des Stadtentwässerungsbetriebs. „Lassen Sie sich aber unbedingt einen Termin geben“, riet Erdmann.



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