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Berufsschäfer aus Dahle sorgen sich um ihre 500 Tiere und ihren Berufsstand

Der Wolf macht ihnen Angst

Springe/Bennigsen. Über eine mögliche Rückkehr des Wolfes in die Region zeigt sich das Berufsschäferpaar Martina Berger und Guido Hampel besorgt. Spätestens in zwei Jahren rechnet Hampel mit einer ständigen Präsenz des Wolfes rund um den Deister – und mit einer Gefahr für die Nutztierherden.

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Autor:

Annegret Brinkmann-Thies

Gerade hat die Vereinigung Deutscher Landschaf-Zuchtverbände ihren Mitgliedern einen Schaden in Höhe von zuletzt bundesweit 940 000 Euro mitgeteilt, der von Wölfen verursacht worden sei. Doch nicht allein diese Zahlen treiben das Wanderschäferpaar um, dessen Herde rund 500 Schwarzköpfige Fleisch-Schafe umfasst. Der Bürokratieaufwand nach einem möglichen Wolfsschaden sei groß, berichtet Hampel.

Liege der Verdacht nahe, dass Tiere durch einen Wolf gerissen sein könnten, so müsse das per DNA-Analyse nachgewiesen werden. Erst dann könnte der Tierhalter entschädigt werden. Das sei nicht nur ein aufwendiger Prozess, gibt der Schäfer zu bedenken, der mit seinen Herden in den Herbst- und Wintermonaten im Umkreis von 50 Kilometern rund um Springe unterwegs ist. Andere Tiere wie etwa Krähen, Kolkraben und Füchse setzten sich auf die verendeten Schafe und verwischten dadurch die mögliche Wolfs-DNA.

Hampel sieht aber noch eine viel weitreichendere Gefahr für die Nutztierhalter. Eine Herde, die durch Wölfe aufgeschreckt wird, könne Millionenschäden verursachen, etwa wenn sie in Panik auf eine Bundesstraße oder Autobahn läuft. Überlebende Tiere würden voraussichtlich vor Ort getötet, um weitere Schäden zu vermeiden.

Für den Tierhalter bedeute dies nicht nur das mögliche Aus einer ganzen Zuchtlinie und damit jahrelanger züchterischer Arbeit. Als Halter muss er auch damit rechnen, dass seine Versicherungsgesellschaft sein Risiko nicht länger deckt und andere Gesellschaften ihn erst gar nicht aufnehmen. Das Problem, dass ein Wolf eine Herde in Panik versetzt, gelte übrigens nicht nur für Schafe, so Hampel. Auch andere Herdentiere wie etwa Rinder wären gefährdet. Da helfe auch ein Elektrozaun nichts. Denn in ihrer Angst durchbrechen die Tiere Barrieren. Für den Wolf seien die Nutztiere in einem Gatter eine besonders leichte Beute.

„Der Wolf ist keine ferne Gestalt mehr, die im Märchen vorkommt.“ Hampel ist in der Realität angekommen.

Die Polizei ermittelt zur Zeit in Sachen Wolf, weil am Montag in Bennigsen ein gerissenes Reh gefunden worden war. Die Bissspuren deuten Experten zufolge auf einen Wolf hin. Die Analyse von DNA-Proben soll jetzt aber möglichst schnell Klarheit bringen.



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