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66 Ehrengäste bei schwierigen Verhältnissen auf der Pirsch / Wulff sagt wegen des Wetters ab

Der weiße Hirsch ist bei der Staatsjagd tabu

Springe (ric/zett). Am Anfang stand das Schneetreiben. Und es begleitete die Gäste den ganzen Tag über: Die traditionelle Staatsjagd im Saupark verlief gestern unter erschwerten Bedingungen. Gastgeber und Ministerpräsident Christian Wulff sagte am Abend wegen der Witterung sogar kurzfristig seine Teilnahme ab.

Saupark-Fans: Peter Harry Carstensen und seine Frau Sandra. Beid

66 Ehrengäste waren geladen. Als Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (62) am Morgen mit ein paar Minuten Verspätung eintraf, galten die neugierigen Blicke auch dessen Ehefrau Sandra – die mit 37 Jahren immerhin erst im Alter seiner Töchter ist. Carstensen hatte die Juristin erst an Silvester geheiratet.

Glückwünsche zum frischen Liebesglück, Shake-Hands mit kalten Fingern, Smalltalk – die Jagdschloss-Wiese wurde zum Promi-Treff. Von weit im Norden war der schwedische Agrarminister Eskil Erlandsson angereist. Und angeblich machten Dr. Claude Robert Ellner, dem Deutschen Botschafter in Kubas Hauptstadt Havanna, die Wetterverhältnisse kaum zu schaffen. „Ich bin ja schon ein paar Tage in Berlin und habe mich dran gewöhnt“, schmunzelte er. Gäste waren auch aus England angereist. Deutsche Wirtschaftsvertreter wie Emil Underberg fanden trotz Schneechaos den Weg nach Springe. Vermisst wurde nur der „Weinprinz“ Michael zu Salm-Salm. Aus Niedersachsen war alles angereist, was Rang und Namen hat: Landtagspräsident Hermann Dinkla, der Präsident der Landesforsten, Dr. Klaus Merker, Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke…

Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen eröffnete dann die Hatz und erhaschte Beifall: „Ich bin seit vier Wochen Ehrenmitglied der Landesjägerschaft.“ Forstdirektor Joachim Menzel wies die Besucher ihren Treibern und Hundeführern zu und mahnte: „Wehe, jemand schießt den weißen Hirsch – der ist tabu.“ Aufgrund der Wetterverhältnisse gab es nur ein Treiben statt zwei, auch war nur ein Weg ins Revier befahrbar und das nicht mit Staatskarossen. „Ich empfehle niemandem, mit seinem 7er BMW da hoch zu fahren.“

Am Ende der Jagd gab es viele lange Gesichter. „Das Ergebnis liegt weit unter dem, was wir erwartet haben“, teilte Menzel mit. Insgesamt kamen den Ehrengästen nur 32 Tiere vor die Flinte: „Das ist nur ein Drittel von dem, was wir uns erhofft hatten“, so Menzel. Auf der Abschussliste standen letztendlich 19 Wildschweine, sieben Stück Damwild, vier Mal Muffelwild und zwei Füchse.

Den Misserfolg schob Menzel ganz klar auf das Wetter: „Wegen der hohen Schneelage waren viele Bereiche für uns nicht zugänglich. Und die Hunde waren deswegen schon nach zwei statt vier Stunden total kaputt.“

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