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Der Schutzschild von Springe

Springe. Die Welle von Millionen geknackten Passwörtern und abgefischten Daten lässt die Bürger unruhig werden. Denn sensible Informationen befinden sich nicht nur auf fernen Rechnern in den USA – sondern auch im Rathaus auf dem Burghof. Unsere Zeitung hat nachgeforscht, wie die Stadt die Daten der Springer schützt.

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Weniger problematisch sind für die Verwaltung die Meldedaten für Bürger oder Autos – also Adresse, Fahrzeugzulassung und ähnliche Angaben. „Die werden auf einem Server in Hannover gespeichert“, sagt Vize-Bürgermeister Gerd-Dieter Walter. Der Regionsbetrieb „Hannoversche Informationstechnologien“, kurz „Hann-IT“ kümmert sich hier zentral um die Daten aus der gesamten Region. „Wir schicken alles über eine direkte Leitung und greifen darüber auch auf die Informationen zu“, sagt Walter. Das Unternehmen nutze zertifizierte Sicherheitsnormen, um sich gegen Angriffe abzuschirmen. So nutze die Stadt die zentrale Firewall von „Hann-IT“ – eine Art digitalen Schutzschild.

Der schütze zusätzlich auch die Daten, die sie Stadt vor Ort in Springe speichert, sagt Walter. Auch hier lagern durchaus sensible Informationen auf den Rechnern: Darunter sind Personaldaten genau wie Informationen über die Schüler an städtischen Schulen, über die Finanzen der Kommune oder Informationen über alle Unternehmen, die vor Ort Gewerbesteuer zahlen.

Ein durchaus lohnenswertes Ziel für Hacker – das die Stadt deshalb zusätzlich mit einer weiteren Firewall abgesichert hat. Zurecht, wie Walter beobachtet hat: „Wir bekommen jeden Monat eine Rückmeldung über zwei bis drei Angriffe, die die Firewall abgewehrt hat.“

Der zweite Schutzschild dient aber auch noch einem weiteren Zweck: Er soll die Kommunikation der städtischen Gebäude untereinander schützen: Nur so könne man sicher mit den Außenstellen kommunizieren – etwa mit dem Baudezernat, aber auch mit den Verwaltungsbüros in den Ortsteilen.

Ein besonders heikler Punkt sind die städtischen Schulen: Auf deren Rechnern befinden sich ebenfalls sensible Daten. Das interne Netz, mit dem die Schulen zu Unterrichtszwecken arbeiten, sei deshalb ganz klar von der städtischen Verbindung zu den Schulen getrennt, sagt Walter. Nur so kann die Stadt gewährleisten, dass beispielsweise computerbegeisterte Jugendliche nicht plötzlich Noten oder andere Daten ihrer Mitschüler in den Händen halten. „Ich bin der Meinung, dass wir ziemlich gut gesichert sind“, sagt Walter. Aber er weiß auch: „Hundertprozentig schafft man das nie.“zett



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