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„Der Schatz aus dem Archiv“

VÖLKSEN. Er hält sie in den Händen wie einen Schatz: Cord-Georg Heitmüller (81) liest gerade einen Artikel in der Neuen Deister-Zeitung vom 28. Oktober 1968.

Spannend: Der Alt-Ortsbürgermeister Cord-Georg Heitmüller liest in seiner Neuen Deister-Zeitung aus dem Jahr 1968. FOTO: MISCHER
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Damals wurde er gerade zum Bürgermeister der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde gewählt, 24 Jahre lang prägte er die Geschicke des Orts maßgeblich. Die hochwertige historische NDZ-Ausgabe erinnert ihn an die Anfänge seiner kommunalpolitischen Karriere.

Eine Stimme hatte der Diplom-Ingenieur, der für die SPD ins Rennen ging, damals sogar von der CDU bekommen, wie er vermutet. Obwohl er die gar nicht gebraucht hätte. Generell ist Heitmüller der Ansicht, dass Parteiproporz in der Kommunalpolitik nichts zu suchen hat und dass Mandatsträger nur ihrem Gewissen verpflichtet sein sollten. So habe er das auch immer selbst gehandhabt: „Ich habe Freundschaften zu den Bürgerlichen gepflegt, da gab es manchmal auch Ärger mit der anderen Partei.“ Einer dieser Freunde, blickt Heitmüller zurück, sei bis heute Fritz Woltmann (CDU).

Der war damals Bürgermeister der ebenfalls selbstständigen Gemeinde Alvesrode. Beide haben, so Heitmüller, gemeinsam eine Menge auf den Weg gebracht, teilweise gegen die Widerstände der damaligen Gemeinde- und Stadtdirektoren, die administrativ den Hut aufhatten. Etwa bei der Brücke über die B217 in Höhe der Kaiserrampe. „Wir brauchten diese Brücke unbedingt, die Kinder mussten die Bundesstraße überqueren und das war bis dahin unmöglich.“ Allerdings habe auch der Bürgermeister Springes, ein SPD-Mann, das nicht eingesehen. Woltmann und Heitmüller seien sich einig gewesen: „Die Brücke kommt da hin.“ Und sie kam da hin.

„Ich habe immer mit allen gesprochen“, sagt Heitmüller rückblickend, „wir haben versucht, mit den anderen gemeinsam eine Lösung zu finden“. Das habe zwar immer wieder Irritationen verursacht, „ich habe mich aber nicht beirren lassen“. Genau das empfiehlt er auch seinen heutigen Kollegen im Rat und den Ortsräten, aber auch in Berlin: Gespräche zu führen über Parteigrenzen und Gräben hinweg, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. So weiß er auch zu berichten, dass er und sein CDU-Stellvertreter immer zu zweit bei Behörden, wie dem Landkreis oder dem Land, aufgetreten seien. „Wenn eine Partei allein auftritt, ist das gut, wenn zwei unterschiedliche Parteien auftreten, ist das besser.“

Noch eine Sache gibt Heitmüller seinen Nachfolgern – egal welcher Partei sie angehören – mit auf den Weg der kommunalpolitischen Abgründe: „Verbündete fallen nicht vom Himmel, wenn man welche haben will, muss man vom ersten Tag an dafür arbeiten.“ Er war ein Freund der leiseren, moderateren Töne, gepoltert wurde bei ihm selten, wie er selbst sagt. Aber er stand zu dem, was er sagte. Etwa, als er den Bewohnern des Neubaugebietes oberhalb der Bundesstraße mehr Transparenz bei der Abrechnung der Erschließungskosten versprach. Nach Heitmüllers Protest beim Kreis wurden die Kosten schließlich aufgeschlüsselt, „am Ende mussten die Bürger weniger bezahlen“.

Während Völksens 950-Jahr-Feier im Jahr 1983, so Heitmüller, habe er gemerkt, wie sehr sich diese Politik auszahle: „Die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen und Gruppen funktionierte super, dank der guten Kooperation.“

Zeitungs-Schatz

Wie sah die Zeitung am Tag der Geburt oder Konfirmation aus? Unter dem Motto „Der Schatz aus dem Archiv“ bereitet der Verlag J. C. Erhardt die Originalausgaben der Neuen Deister-Zeitung auf. Eine Titelseite kostet 19,95 Euro, acht Seiten kosten 49,95 Euro, 16 Seiten 59,95 Euro. Bestellen kann man seine ganz persönliche Ausgabe der Neuen Deister-Zeitung in der Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße 18 in Springe unter 05041/78910



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