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Warum die grauen Restabfall-Beutel nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden

Der Sack stirbt aus

Springe. In Springe haben sie noch die Mehrheit: Für gut 55 Prozent der sogenannten Gebührenkonten haben Hauseigentümer und Vermieter bei Entsorger Aha eine Ausnahmegenehmigung beantragt und den grauen Restmüllsack behalten. Der Rest wird in der Statistik schon jetzt als Tonnennutzer geführt – obwohl die Umstellung in Springe erst Anfang 2017 erfolgt. Und schon jetzt ist klar: Die Verhältnisse werden sich langsam aber sicher umkehren.

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VON CHRISTIAN ZETT

Insgesamt verzeichnet Aha für die Stadt Springe mit Ortsteilen 9239 Gebührenkonten. Das entspricht nicht der Zahl der Haushalte, wie Aha-Sprecherin Anke Voigt erklärt: In der Regel handelt es sich bei einem Konto um den Eigentümer eines Grundstücks. Der bestellt die Müllabfuhr beispielsweise für sein Einfamilienhaus – aber eben auch für ein Mehrfamilienhaus mit vier oder sechs Haushalten: „Für die ist dann aber bei uns nur ein Gebührenkonto hinterlegt“, so Voigt. Unter dem Strich gibt es momentan 5160 Konten für die Sackabfuhr; 4079 für Tonnen.

Deren Einführung als Standard für Restmüll war eine der Punkte, die bei der Opposition, aber auch bei vielen Bürgern auf Widerstand stießen, als Anfang 2014 mit rot-grüner Regions-Mehrheit die Gebührenreform kam.

Der Entsorger Aha reagierte – und erlaubte Bürgern, auf Antrag auch den Sack zu behalten. Dass sich in Springe fast die Hälfte der Betroffenen gegen diese Option entschied, dürfte nicht nur an der Beliebtheit der Tonne liegen.

Weil bei vielen Mietswohnungen die Eigentümer für die Auswahl zuständig sind, entschieden die sich entweder bewusst im Namen aller ihrer Haushalte für die Tonne oder ließen die Antragsmöglichkeit ungenutzt verstreichen. Und legten sich so unwiderruflich auf die Tonne fest.

Denn hier liegt auch der Grund dafür, dass der Restmüll-Sack in Springe langfristig vom Aussterben bedroht ist: Wer einmal die Tonne hat, kann nicht zum Sack zurück. Und: Wer etwa ein Haus baut oder neu zuzieht, der wird automatisch an die Tonne angeschlossen – ohne Auswahlchance. Auch Aha-Sprecherin Anke Voigt geht deshalb davon aus, dass sich bis zur tatsächlichen Umstellung in Springe zum 1. Januar 2017 „die Anzahl der Behälternutzung vermutlich noch erhöhen“ werde.

Die Müllsäcke, die das Stadtbild an jedem Abfuhrtag prägen, bleiben den Springern aber wohl auch noch darüber hinaus erhalten: An den gelben und blauen Beuteln für Wertstoffe und Papiermüll soll erst mal nicht gerüttelt werden. Zwar gibt es inzwischen beide Angebote auch in Tonnenform, die sind allerdings kein offizieller Standard.



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